03 02 09

Trends in Social Networks

Immer mehr KünstlerInnen entdecken Social Networks als Marketing- und Informationswerkzeug. Vorreiter dabei sind Musiker und Bands, die auf diesen Weg den direkten Kontakt mit den Fans suchen und ihre Kommunikation so geschickt zur Werbung  nutzen.

MySpace ist dafür das beste Beispiel: kaum noch eine Band mit Rang und Namen, die sich nicht ein virtuelles Büro dort eingerichtet hat. Agenturen berichten über Tourneen ihrer Stars, es gibt integrierte Musicplayer, ja sogar legale Downloads von Stücken werden angeboten. Diese Angebote werden begeistert angenommen und pflanzen sich viral von einem zum anderen fort.
Jetzt ist MySpace für Musiker aber 1. kein Selbstläufer und 2. sicherlich nicht mehr so ein Hype, wie es das noch vor einem Jahr war (s. Der Musiker 2.0, Februar 2008). Daher ist es für sie, aber auch für andere KünstlerInnen sicher spannend zu wissen, welche Social Networks sich in den kommenden Monaten hervortun werden. Die Website netzwertig.com hat dazu einen lesenswerten Beitrag mit dem vielsagenden Titel “Wer wird das nächste grosse Ding im Internet?” geschrieben.
Dieser Text gibt einen Überblick über den Stand der Dinge und wagt den einen oder anderen Tipp, dem ich mich anschliessen kann.
Es schadet nicht, wenn man sich die dargesstellten Web-Angebote einmal näher anschaut, sogar wenn man dort bereits angemeldet ist. Denn genau wie Desktop-Programme permanent überarbeitet werden, bauen auch Social Networks ohne Unterlass am Kundenservice, der Integration neuer Tools oder Designs für die User. Der moderne User will sich nicht nur austauschen, er will auch unterhaltenen werden, andere unterhalten und sich trendgerecht präsentieren. Daher ist es für  KünstlerInnen oder Kulturbetriebe sehr wichtig zu wissen, in welches Angebot man seine Arbeitskraft und Zeit investiert. Wie die individuell beste Strategie ermittelt werden kann, ist jedoch ein anderes Thema, dem wir uns aber intensiv widmen werden.

netzwertig.com hat auch einen Blick auf Twitter (eine in Deutschland noch recht neue Anwendung, deren Accounts gerne als Microblogs bezeichnet werden) geworfen und schreibt:”Die enorme Aufmerksamkeit, die der Dienst in den letzten Monaten in Folge politischer und tagesaktueller Ereignisse (US-Präsidentschaftswahl, Hessenwahl, Flugzeugabsturz in New York, Mumbai-Attentate) erhalten hat, zeigt, welche Faszination die Schnelligkeit und Vernetzung von Twitter auf Menschen ausübt.” Und diese Faszination für das Neue und das durchaus noch vorhandene Alleinstellungsmerkmal nutzen einige KünstlerInnen, wie z. B. die Band Coldplay bereits für sich mit Erfolg aus.
stARTconference hat ebenfalls einen Twitter-Account, mit dem aktiv über Themen aus “Kultur und Web” informiert und kommuniziert wird. Innerhalb von 4 Tagen vernetzten sich damit nicht weniger als 800 Menschen und täglich werden es mehr. Wir baten unsere Kontakte uns dabei zu helfen, einen Überblick über KünstlerInnen und Kulturbetriebe innhalb von Twitter zu erstellen. Das daraus generierte Archiv, das kontinuierlich um weitere Accounts wächst, zeigt einen guten Überblick, zu was Twitter von dieser Nutzergruppe gebraucht wird:

  • Musiker, Bands und Orchester informieren über Tourneen, neue CDs, Interna
  • Nachrichtendienste speisen automatisierte Kulturnachrichten ein
  • Durchführung von Kunstaktion, wie z. B. die Twitterlesung von Twitkrit
  • Vernetzung mit anderen KünstlerInnen u.s.w.

Twitter ist sicherlich z. Zt. ein sehr guter virtueller Ort, um sich einzubringen und darzustellen, gerade weil man noch nicht in der Masse untergeht, wie es bei MySpace oder Facebook durchaus der Fall ist. Viele Anwendungen rund um diesen Dienst erleichtern dessen Nutzung und katapultieren die simplen 140 Zeichen pro Nachricht in andere inhaltliche Dimensionen.

Wer diesen Schritt gehen will, sollte aber auf Hilfe zurückgreifen. Dafür gibt es verschiedene Wege. So sind bereits verschiedene und zumeist kostenfreie Ebooks zum Herunterladen erschienen, die allerdings mehrheitlich in englischer Sprache geschrieben sind. Zu empfehlen sind hier:

Auch verschiedene Websites setzen sich mit diesem Thema auseinander. Die bekannteste ist sicherlich die von Nicole Simon mit dem  bezeichnenden Titel Twitter – Mit 140 Zeichen. Dort geht sie sehr genau auf aktuelle Entwicklungen und Trends in Twitter ein und stellt eine Auswahl an thematisch sortierten Twitter-Verzeichnissen vor. Ihr Buch kann ich übrigens allen, die sich mit Twitter vertraut machen möchte, sehr empfohlen.
Weitere lesenswerte Blogs zu diesem Thema sind:

Ich hoffe, dass alle, die sich in die Materie vertiefen möchten, eine erste Orientierungshilfe mit diesen Hinweisen zur Hand haben. Gerne stehe ich auch für Fragen darüber zur Verfügung.

Was mich interessiert, ist Ihre persönliche Erfahrungen in diesen Netzwerken, ob nun Twitter, oder anderen. Wie sehen die Risiken aus? Welche Entwicklung erwarten Sie von Ihren Aktivitäten? Wie sehen Sie in diesen Netzwerken die Chancen für Kunst und Kultur?

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5 Kommentare zu “Trends in Social Networks”

  1. Dievochka sagt:

    Sehr interessant : ich arbeite selbst in diesem Bereich, als “geek” mit vielen networks in Frankreich und habe ein Projekt von Social-network für die klassische Musik…. :)

  2. Das klingt sehr interessant und passend! Wäre es möglich darüber weitere Informationen und/oder einen Gastbeitrag (s. http://www.startconference.org/2009/02/03/blog-gastbeitrage-gesucht/) zu bekommen?

  3. Dievochka sagt:

    Ich habe schon daran gedacht, habe aber ein grosses Problem : ich bin am 24. und 25. normaler weise nicht frei. Ich mache ein Master in Webmarketing mit dem Thema ” klassische Musik und Web 2.0 ” und habe gerade an diesen Tagen ein Seminar. Ich sehe heute nicht, wie ich mich befreien kann. Andererseits passt Ihre Konferenz gerade mit meinem Thema. Ich muss mit den Professoren sehen…
    ich schreibe auch meine Artikel ins französisch… und mein Blog betrifft allerdings SEO und Web 2.0, ohne Zusammenhang mit der Musik und der Kultur. Ich habe vor, etwas Spezielles bald schon in englisch zu machen,
    Ihrerseits ist die Konferenz nur für Deutschsprachige ?

  4. Ich drücke die Daumen für den Termin!

    Sie können gerne Ihren Beitrag für unseren Blog gerne auf englisch schreiben. Französisch geht selbstverständlich auch, würde aber nach meinen Erfahrungen von wesentlich weniger Lesern verstanden werden.

    In diesem Jahr wird die stART.09 Konferenz ja zum 1. Mal stattfinden. Es werden auch Sprecher aus dem Ausland vortragen, die ihre Vorträge auf englisch halten werden. Wir können aber dieses Mal noch keine Simultanübersetzung anbieten. Im nächsten Jahr ist das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt. Dementsprechend planen wir für die stART.10 internationaler.

    Ich bin persönlich sehr an Ihren Projekten interessiert und würde mich freuen, wenn Sie uns darüber einen Beitrag zuschicken würden.

  5. Vielen Dank für den tollen Artikel!

    Herzlichst!
    Wolfram Huschke

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