Neue literarische Gattung: Twitteratur
Kürzlich verwies ich am Beispiel von Karen Wiborgs Web 2.0-Roman «60 Grad» darauf, wie Social Media-Anwendungen einer traditionsreichen künstlerischen Form neues Leben einhauchen können. Aber es geht noch darüber hinaus: die neuen Dienste bringen sogar ganz neue Gattungen hervor wie die Twitteratur, die sich – der Name verrät es – aus Twitter ableitet.
Twitteratur ist, so wissen wir seit gestern der Unterschied zwischen prosaischer Kurznachricht und performativer Kunst.
heisst es im Blog Twitkrit, der sich der Besprechung von besonders schönen Tweets widmet und mitunter aus wenigen Zeichen bemerkenswert tiefschürfende Erkenntnisse herauszudeuten vermag.
Das performative Potenzial von Tweets beweist Marcus Browns in seinen genialen Tweetreadings. Sie zeigen, dass Tweets nicht nur unterhaltsame Klolektüre sind, sondern sich in ihnen bewegende, erschütternde, existenzielle Fragen aufwerfen und ausdrücken lassen. Man muss diese neue Form eben zu deuten wissen:
Official Tweet Reading V: Reading Robert Scoble from Marcus Brown on Vimeo.
Natürlich funktioniert das auch live: Für nächste Woche ist eine große Twitterlesung auf der Republica angesetzt.
Schlagworte: Marcus Brown, Performance, Tweetreading, Twitteratur


