31 03 09

Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen:
Web 2.0 + Sponsoring / Sponsorenakquise

Autor: Karin Janner

Teil 5 der Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen

Song: Sponsoren von Christoph & Lollo

Sponsoring: Ein Geschäft aus Leistung und Gegenleistung

Im Gegensatz zum Fundraising (siehe Beitrag Fundraising im Rahmen dieser Serie) ist Sponsoring ein Geschäft aus Leistung und Gegenleistung.

Der Sponsoringnehmer erhält Geld, Know-How oder Sachmittel, der Sponsor bekommt im Gegenzug dazu die Möglichkeit, sich in einem positiv aufgeladenen, kreativen, emotionalen Umfeld zu präsentieren und verspricht sich davon Verbesserung seines Images, Steigerung seines Bekanntheitsgrades und Kontakte.

Matthias Daberstiel, Herausgeber des Magazins Fundraiser, nennt als verbreitete Probleme beim Sponsoring folgende:

Unternehmen gehen das Thema immer noch nicht strategisch genug an und Sponsoringnehmer können zwar ein Profil Ihres Projekts erstellen, sich aber dann nicht so richtig auf Ihre Sponsoringgeber einlassen.

Was Sie als Sponsoringnehmer nicht vergessen dürfen:
Ihr Sponsor hat Ziele, die er mit Hilfe seines Marketingkonzeptes erreichen will, und in dieses müssen Sie mit Ihrem Angebot genau hineinpassen. Sponsoring fällt für Ihren Sponsor in den Bereich der Kommunikation, dafür hat er ein bestimmtes Budget, das er zielführend einsetzen will.
Nicht nur andere (Kultur-)angebote, die auf der Suche nach Sponsoren sind, konkurrieren mit Ihnen um sein Geld, sondern sämtliche Möglichkeiten, die ihm sonst offen stehen, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern, ein bestimmtes Image aufzubauen und Kontakte zu knüpfen. (Werbung, Eventmarketing, PR, Online-Marketing…)

Ihr Sponsor wird sich von seinem Engagement nur etwas versprechen, wenn

  • das Image Ihrer Einrichtung oder Veranstaltung für ihn interessant ist – er möchte es auf sein Unternehmen / seine Marke reflektieren lassen (daher ist es wichtig, dass Sie ein klares Profil herausarbeiten, das Sie auch gut kommunizieren)
  • er sich eine Steigerung seines Bekanntheitsgrades verspricht (er interessiert sich daher für Ihre Mediadaten)
  • er sich Kontakte zu seiner Zielgruppe verspricht (Sie sollten daher Ihre eigene Zielgruppe gut kennen und auch nach außen kommunizieren).

Was nützt Ihnen dabei das Web 2.0?

  • Das Web 2.0 hilft Ihnen bei Aufbau und Pflege Ihres eigenen Image – ein gutes Image ist Grundvoraussetzung dafür, Sponsoren zu finden.
  • Ein Blog oder Podcast gibt Ihnen viel mehr Möglichkeiten, Ihre Einrichtung / Ihr Profil sponsorenwirksam zu kommunizieren als eine statische Website. Mit Ihren Beiträgen können Sie durch Hintergrundberichte, Aktuelles, Interviews usw. Ihr Profil schärfen.
  • Das Web 2.0 hilft Ihnen dabei, Ihren eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern – was für einen Sponsor von höchstem Interesse ist.
  • Im Web 2.0 können Sie Vertrauen aufbauen und Transparenz schaffen (Hintergrundberichte, Kommentare Ihres Publikums…) – der Sponsor weiß, woran er ist, auch wenn er Sie und Ihre Einrichtung nicht persönlich kennt.
  • Netzwerke wie Xing, Facebook oder LinkedIn eignen sich auch für den Erstkontakt zum potenziellen Sponsor – wenn Sie den Ansprechpartner eines Unternehmens direkt über ein Netzwerk ansprechen – und er Ihr Profil interessant findet – ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er Sie in Erinnerung behält, als wenn Sie ihm einen Brief oder eine Mail schreiben – denn davon bekommt er hunderte. Es gibt übrigens auch eine Gruppe “Sponsoringtreff” auf Xing.

Sie können auf Ihrer Website auch einen speziellen Bereich für Sponsoren einrichten. Ein (potenzieller) Sponsor wird sich aber auch durch Ihre Seiten “für das Publikum” oder “für die Presse” klicken, um ein möglichst genaues Bild von Ihnen zu bekommen.

Sponsoring-Plattformen

Anders als bei den Spenden-Portalen (siehe Beitrag Fundraising im Rahmen dieser Serie), die gerade wie Pilze aus dem Boden schießen, tut sich nicht viel bei Plattformen, die Sponsoring-Geber mit Sponsoring-Nehmern zusammenbringen.

Aber ein paar gibt es doch.
Die größte ist die Europäische Sponsoring Börse (ESB):
Sponsoren-Suchende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können ihr Projekt (aus den Bereichen Sport, Kultur, Event, Soziales, Wissenschaft oder Medien) einer großen Zahl von potentiellen Sponsoren vorstellen – der Eintrag ist allerdings kostenpflichtig. Ebenso bei Sponsor-Service.
Die neu gegründete Plattform Kultursponsor will den umgekehrten Weg gehen: Unternehmen zahlen für einen Eintrag, mit dem sie sich vor Kultureinrichtungen als Sponsoren präsentieren, dafür bekommen sie Werbebanner bei den Partnerportalen kulturlinxx und kunstflur dazu. Ich habe aber Zweifel, dass sich dieses Modell durchsetzen wird.

Neue Wege in der Sponsorenakquise?

Im Fundraising hat es sich schon durchgesetzt: Über Spenden-Plattformen wie z.B. Helpedia können Projekte Spender von Kleinsummen gewinnen – die Menge macht es dann.

Aber im Sponsoring?

2005 erregte der damals 21-jährige Student Alex Tew aus Wiltshire, England, großes Aufsehen mit seiner “Milliondollarhomepage”. Er bot die Pixel seiner Homepage einzeln zum Verkauf an (1 Dollar pro Pixel) und stellte Werbebanner in der Größe der erworbenen Pixel auf die Seite. Durch Mundpropaganda und zunehmende Medienberichterstattung wurde die Idee zum Erfolg: Die Seite wurde in ihren besten Zeiten über 1,5 Mio mal pro Woche aufgerufen und die letzten Pixel wurden über Ebay versteigert. Tew hatte über 1 Mio Dollar an Sponsorengeldern eingenommen – und finanziert nun damit sein Studium.

Es muss also nicht immer ein Großsponsor her, viele Kleinsponsoren können ebenfalls beträchtliche Summen zusammenbringen, und das Internet bringt hier auf neue Ideen…

Wer dazu Beispiele aus dem Kulturbereich kennt ist herzlich eingeladen, sie als Kommentar zu posten!

Links

Blogs

Xing-Gruppe

Gruppe “Sponsoringtreff” auf Xing

Sponsoring-Plattformen

Zur Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen

Nicht alle bewegen sich selbstverständlich und souverän durch Social Networks, bloggen und nutzen Twitter für Kurznachrichten. Gerade im Kulturbereich sind vielen die neuen Begriffe noch nicht geläufig oder sie wissen nicht so recht, wozu die Werkzeuge gut sind.

Jeden Montag erläutere ich daher hier Grundlagen und stelle die Möglichkeiten des Web 2.0 vor.
Ich möchte Ihnen vor allem eine Vorstellung davon geben, was Sie mit dem Web 2.0 im Kulturbereich erreichen können und welche Werkzeuge Sie wofür einsetzen. Dafür wird es bald eine Menge praktischer Beispiele geben.

Haben Sie Fragen, Themenwünsche oder selbst praktische Beispiele? Literatur- oder Linktipps zum Thema? Dann schreiben Sie doch hier im Blog einen Kommentar oder benutzen Sie das Forum unserer Xing-Gruppe!

Bisher in dieser Serie veröffentlicht:

  • “Was ist das Web 2.0?”
  • Das Medium Internet -  wie unterscheidet es sich von den klassischen Kommunikationsmedien?
  • Einsatzgebiete von Web 2.0 im Kulturbereich – ein Überblick.
  • Kulturmarketing und PR im Web 2.0
  • Web 2.0 im Fundraising
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    Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen:
    Web 2.0 + Sponsoring / Sponsorenakquise

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    14 Kommentare zu “Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen:
    Web 2.0 + Sponsoring / Sponsorenakquise”

    1. [...] Beschaffung von Finanzmitteln für Kultureinrichtungen oder Kulturprojekten mittels Fundraising und Sponsoring und wie Ihnen das Web 2.0 dabei nützlich sein [...]

    2. [...] 7 Sponsorenakquise mit Hilfe des Web 2.0 habe ich übrigens auf dem Blog der stARTconference einen Beitrag geschrieben – im Rahmen meiner Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen. Diesen Artikel [...]

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