Märchen: Großeltern des Web 2.0
Wenn das Web 2.0 als Revolution gefeiert wird, gerät schnell in den Hintergrund, dass einige seiner typischen Merkmale und Mechanismen medien- und kulturhistorisch gar nicht so neu sind, wie es zunächst scheinen mag. Das wird zum Beispiel in dieser Slideshare-Präsentation von Sabria David deutlich, in der die Parallelen zwischen Märchen und User generated content im Web 2.0 beschrieben werden.
Volkstümliche Märchen wurden gehört und weitererzählt, eine klare Trennung zwischen Autor und Rezipient ließ sich ebenso wenig ziehen, wie im Falle des User generated content a la Wikipedia oder OpenSource-Projekte. Diese fließende Grenze zwischen Verfasser und Rezipient war bis vor kurzem ein typisches Merkmal mündlicher Überlieferung und die klare Trennung von beidem kam erst durch Schriftlichkeit, speziell den Buchdruck, zustande. Die eigentliche Revolution des Web 2.0 liegt also nicht darin, den User generated content hervorgebracht zu haben, sondern das typische Prinzip der mündlichen Überlieferung, nämlich die Unmöglichkeit eine klare Trennlinie zwischen Autor und Rezipient zu ziehen, in ein schriftbasiertes Medium eingebracht zu haben. Rezeption und Produktion sind im Web 2.0 nicht mehr eindeutig voneinander zu trennen. David bringt es auf die Formel: Das Web 2.0 ist ein Schriftmedium, das nach den Regeln der Mündlichkeit funktioniert.
Schlagworte: Märchen, User generated content, Web 2.0



[...] von talkvideo am April 19, 2009 Habe das hier gerade auf der Seite von Start 09 gefunden: Märchen als User Generated Content View more presentations from [...]