23 06 09

Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen: Die wichtigsten Tools, eine Übersicht

Autor: Karin Janner

Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen – Teil 12

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Nachdem wir in den ersten Folgen der Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen die “Einsatzgebiete” des Web 2.0 im Kulturbereich besprochen haben, wollen wir uns nun die Werkzeuge näher ansehen, die Sie im Social Web zur Verfügung haben.

Blog, Podcast, Wiki, Twitter, Flickr, Youtube – was verbirgt sich hinter diesen Namen? Welche der vielen Web 2.0-Tools sind sinnvoll für Sie als Kulturbetrieb, Kulturschaffender oder Künstler und wofür lassen sie sich konkret einsetzen?

Hier nun eine kurze Übersicht über die wichtigsten Tools, die wir ab der nächsten Folge anhand von Beispielen aus dem Kulturbereich besprechen wollen.
Wenn wir dann durch alle Tools durch sind, wenden wir uns der Frage zu, wie Sie diese Tools bestmöglich kombinieren und wie Sie sie in ihren Kommunikationsmix integrieren.

Blog

Was ein Blog ist, wissen Sie vermutlich, da Sie ja gerade ein Blog lesen :-)
Ein Blog ist eine eine Website, deren Inhalt aus Beiträgen in Nachrichtenform besteht. Die Beiträge orientieren sich an einer Zeitschiene, sie werden in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angezeigt (der aktuelle ist der oberste).
Zentrale Eigenschaften eines Blogs sind die Möglichkeit des direkten Austausches – über die Kommentarfunktion – und der RSS-Feed, über den sie als Leser automatisch erfahren, wenn ein neuer Beitrag online gestellt wird.
Im Gegensatz zu einer klassischen “Homepage” steht ein Blog nicht isoliert für sich da – über gegenseitige Verlinkung entsteht um jedes Blog ein Netzwerk.

In Ihrem Blog können Sie Mitschnitte von Konzerten, Hintergrundberichte, Interviews etc. bringen, Sie können Werke besprechen und einen Blick hinter die Kulissen bieten. Fotos, Videos und Tonaufnahmen lassen sich leicht einbinden.

Podcast

Die Themen, über die Sie im Blog berichten, können Sie auch in einen Podcast verpacken – alternativ oder ergänzend.

Ein Podcast ist eine Serie von Audio- oder Videobeiträgen, die im Internet veröffentlicht wird. Die Podcast-Folgen veröffentlichen Sie in einem Blog – pro Folge erstellen Sie einen Blogpost, in den sie ein Video oder eine Audiodatei einbinden.
Auch ein Podcast kann per RSS-Feeds abonniert werden und verfügt über eine Kommentarfunktion. Er kann über den Computer abgerufen oder auf den MP3-Player geladen und unterwegs gehört werden.

Microblogs: Twitter

Twitter ist so etwas wie „chatten“ mit vielen.
Sie versenden und empfangen Kurznachrichten (140 Zeichen) über Internet oder Mobiltelefon. Diese Nachrichten sind nicht nur an einzelne Personen gerichtet, sondern an alle „Followers“ – das können auch hunderte sein.
Wie das genau funktioniert habe ich im Artikel “Twitter für Kulturangebote” auf dem Kulturmarketing Blog ausführlich beschrieben.

Als einziges Austauschmedium bieten die 140 Zeichen zu wenig Platz, aber im Zusammenhang mit einem Blog oder einem Podcast ist Twitter ein wirklich guter Kanal, um sich regelmäßig in Erinnerung zu rufen und um sich auszutauschen.
Das Besondere an Twitter: einfach, unglaublich schnell und mit verhältnismäßig wenig Zeitaufwand durchführbar.

Jaiku, identi.ca oder Plurk funktionieren ähnlich – ein Microblogging-Dienst reicht aber, und da Twitter am meisten verbreitet ist, empfehle ich Twitter.

Foto- und Videoplattformen

Nutzen Sie Fotos und Videos, um einen Einblick in Ihre Arbeit zu geben – sei es, um Aufführungen zu zeigen oder einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen!

Sie können Fotos oder Videos auf Ihre Website oder in Ihr Blog stellen oder sie auf Foto- oder Videoplattformen hochladen, die sie wiederum in Ihre Website/Blog einbinden.
Der Vorteil der 2. Variante: Bessere Möglichkeiten der Verbreitung und des Austausches mit Besuchern und Webwelt. Andere User können Ihre Fotos/ Videos bewerten, in Hitlisten aufnehmen oder ins eigene Blog einbinden. (Zu den Rechten: Sie können bei jedem Bild/ Video entscheiden, ob Sie es dem Urheberrecht unterwerfen oder über eine „Creative Commons“ Lizenz eine freie Publikation erlauben wollen.)
Eröffnen Sie z.B. auf Flickr eine Gruppe, in der Ihre Besucher eigene Bilder hochladen und mit anderen Besuchern teilen können!

Die am meisten verbreiteten Plattformen sind Flickr (Fotos) und YouTube (Videos). Eine deutlich bessere Qualität als bei YouTube bekommen Sie im Video-Bereich bei vimeo, das aber weniger geeignet ist, wenn es um rasche Verbreitung gehen soll. Sie können auch mehrere Plattformen kombinieren.

Social Networks / Online Communities

Ein „Social Network“, auch „Online-Community“ genannt, ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich im Internet verbinden, um sich auszutauschen und zu diskutieren.

Wollen Sie eine solche Gemeinschaft um Ihre Kultureinrichtung herum aufbauen, haben Sie zwei Möglichkeiten:
Entweder Sie eröffnen eine Gruppe oder „Fanseite“ auf einem der bestehenden Social Networks (z.B. Facebook, MySpace) oder sie stellen ein eigenes Social Network auf die Beine (dafür gibt es kostenlose Community-Baukastensysteme, z.B. Ning, Mixxt oder Tribax).

In welchen Social Networks Sie Seiten einrichten, und ob es Sinn macht, zusätzlich noch ein eigenes Social Network ins Leben zu rufen (z.b. als geschlossene Gruppe für Ihren Freundeskreis), hängt von der Ausrichtung Ihres Kulturbetriebes, Ihren Zielen und Ihrer Zielgruppe ab.

Wikis / Wikipedia

Mit Hilfe eines Wikis kann online gemeinschaftlich an Texten gearbeitet werden.

Das größte Wiki ist die Wikipedia, die Ihnen sicher ein Begriff ist: das Online-Lexikon, das von Millionen von Usern gemeinsam geschrieben und laufend verbessert wird.
Kümmern sie sich um Ihren Wikipedia-Eintrag, präsentieren Sie Ihre Einrichtung mit Bildern und Hintergrundinformationen! Beobachten Sie Ihren Wikipedia-Eintrag, denn auch andere User können dort etwas über Ihre Einrichtung schreiben.

Wikis sind auch für die interne Zusammenarbeit und als interner Wissensspeicher gut geeignet.

Veranstaltungskalender

Nutzen Sie Online-Veranstaltungskalender, um auf Ihre Angebote aufmerksam zu machen! Überregionale Kalender für Kulturveranstaltungen sind z.B. Kulturkurier, kulturclub.de und kulturlinxx. In Ihrer Region finden Sie sicher auch einen regionalen Kulturkalender – meist ist er integriert in die Seite der Stadt, wie z.B. auf berlin.de.

Bei kulturclub.de gibt es auch die Möglichkeit, Bewertungen vom Publikum zu bekommen, Sie können für Ihre Besucher ein Forum anlegen und und in nächster Zeit ist dort eine Community-Funktion geplant.

Empfehlungsplattform Qype

Auf Qype geben Menschen Empfehlungen zu Restaurants, Läden und anderen Orten ab – auch zu Kultureinrichtungen. Kontrollieren Sie regelmäßig die Qype-Einträge über Ihre Einrichtung, reagieren Sie auf Beschwerden und bedanken Sie sich für Lob und Weiterempfehlung – und bitten Sie zufriedene Besucher, sich positiv in Qype zu äußern!

Aggregationstools

In Aggregationstools wie z.B. Friendfeed, Lifestream oder soup können Sie Feeds einfließen lassen – von Blogs, Podcasts, Twitter, Flickr etc., also von allen Tools, die RSS-Feeds anbieten. Ist der Feed Ihres Blogs einmal bei Friendfeed importiert, werden automatisch alle Ihre Blogbeiträge zusätzlich bei Friendfeed online gestellt.
Dadurch steigern Sie die Reichweite Ihres Blogs / Twitter-Accounts.

Social Bookmarking

Melden Sie sich bei Social Bookmarking-Diensten wie z.B. Mr. Wong, Delicious und Diigo an. Was Sie dort bookmarken ist öffentlich einsehbar (außer, Sie schalten es bewusst auf „privat“) und kommt einer Empfehlung gleich.

Machen Sie es den Besuchern Ihrer Website, den Lesern Ihres Blogs leicht, Ihre Artikel zu bookmarken, indem Sie eine Social Bookmarking-Leiste einbauen und damit um Weiterempfehlung bitten (so wie wir es auf unsrem Blog hier machen – die kleinen bunten Buttons am Ende des Beitrags).

Zur Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen

Nicht alle bewegen sich selbstverständlich und souverän durch Social Networks, bloggen und nutzen Twitter für Kurznachrichten. Gerade im Kulturbereich sind vielen die neuen Begriffe noch nicht geläufig oder sie wissen nicht so recht, wozu die Werkzeuge gut sind.

(…Fast…) jeden Montag erläutere ich daher hier Grundlagen und stelle die Möglichkeiten des Web 2.0 vor.
Ich möchte Ihnen vor allem eine Vorstellung davon geben, was Sie mit dem Web 2.0 im Kulturbereich erreichen können und welche Werkzeuge Sie wofür einsetzen. Dafür wird es bald eine Menge praktischer Beispiele geben.

Haben Sie Fragen, Themenwünsche oder selbst praktische Beispiele? Literatur- oder Linktipps zum Thema? Dann schreiben Sie doch hier im Blog einen Kommentar oder benutzen Sie das Forum unserer Xing-Gruppe!

Bisher in dieser Serie veröffentlicht:

  • “Was ist das Web 2.0?”
  • Das Medium Internet -  wie unterscheidet es sich von den klassischen Kommunikationsmedien?
  • Einsatzgebiete von Web 2.0 im Kulturbereich – ein Überblick.
  • Kulturmarketing und PR im Web 2.0
  • Web 2.0 im Fundraising
  • Web 2.0 + Sponsoring / Sponsorenakquise
  • Neue Formen der Kulturfinanzierung im Web 2.0
  • Projektmanagement 2.0 und Online Collaboration (1)
  • Projektmanagement 2.0 und Online Collaboration (2)
  • Web 2.0 in der Kulturvermittlung
  • Das Kunstwerk 2.0
  • Drucken
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    6 Kommentare zu “Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen: Die wichtigsten Tools, eine Übersicht”

    1. Olaf W. sagt:

      Schöne Zusammenstellung, danke.
      In den Bereichen Social Networks und Veranstaltungskalender passt auch noch “dasauge.de – Kreative im Netz” gut rein. Der abonnierbare Kalender hat ein sehr breites Spektrum.

    2. Karin Janner sagt:

      danke für den tipp, “das auge” kannte ich als “netzwerk der kreativen”, ich wäre nicht auf die idee gekommen, es als veranstaltungskalender für kulturveranstaltungen zu betrachten.
      aber: stimmt, da sind verschiedenste veranstaltungen drin, auch geeignet für kulturangebote.

      ich werde die einzelnen tools ausführlich in den jeweiligen kapiteln besprechen, mit linktipps usw.
      und nehme da dann gerne ergänzungen auf! also freue ich mich auf weitere kommentare!

    3. Petra sagt:

      Fabelhafte Einführung, habe sie gleich für AutorInnen empfohlen.

      Bei Tools, die Technik brauchen, würde mich ein Überblick “for dummies” zu den Instrumenten interessieren. Man findet jede Menge Foren mit Empfehlungen, warum Kamera XY drei Schrauben besser ist als die ZT – aber fast nirgends Grundlagenwissen wie “um ein Podcast herzustellen, brauche ich… muss das und das können (Mindeststandard)”. Denn die Entscheidung für ein Medium hängt ja oft (bei KünstlerInnen) am Geld. Und bei vielen Usern natürlich auch am Können. (Besser kein podcast als ein dilletantisches).

      Social Bookmarks: Welche werden überhaupt von Deutschsprachigen / welchen Interessensgruppen genutzt?

      Ich freu mich auf die Fortsetzungen!

    4. Christoph sagt:

      Für Hintergrundinformationen und Einführungen in speziell ausgewählte Angebote zur zeitgenössischen Kunst teils als Video mit dem Fokus Berlin eignen sich auch die Angebote art-in-berlin.de + art-in.de.
      Wir twittern auch schon unter @artinberlin und haben gerade die 2K Marke bei den Beobachtern+Netzwerkern durchbrochen.
      Würden uns freuen, wenn ihr uns auch aufnehmt.
      Gruß

    5. [...] um ihnen den Einstieg zu erleichtern, hat Karin Janner auf dem Konferenz-Blog eine Serie gestartet: Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen. Dort erklärt sie Grundbegriffe und gibt [...]

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