Die Sprecher der stART.09: Simon A. Frank, PH Ludwigsburg

Simon Frank - User Generated Culture from Karin Janner on Vimeo.

Warum ist Kunst auch Kaktus?
Das ist eigentlich eine längere Geschichte, hier nur ganz kurz: Mein Blog-Projekt kunstistauchkaktus.de, für das ich von Dezember 2007 bis Dezember 2008 täglich gebloggt habe, war eigentlich nur ein kleiner Spaß, zu dem mich ein befreundeter Medienkünstler inspiriert hatte. Und die Idee, dass Kunst auch irgendwie Kaktus ist, habe ich aus einer knapp hundert Jahre alten satirischen Kurzgeschichte von Otto Julius Bierbaum entlehnt. Auch das lässt sich in Kürze auch gar nicht so leicht erklären. Wichtiger ist vielleicht hier nur zu sagen, warum ich so was immer wieder gerne mache: Bei solch spielerischen Projekten kann man mit den Tools und Instrumenten des Web 2.0 optimal und beinahe „gefahrlos“ experimentieren um die nötige Erfahrung zu sammeln, die dann bei „ernsthafteren“ Projekten im Bereich Kulturmarketing- oder Vermittlung benötigt werden.

Du lehrst Kulturmanagement an der PH Ludwigsburg. Welche Bedeutung hat Web 2.0 in der akademischen Lehre und Forschung bisher?

In Ludwigsburg eine stetig wachsende: die Stelle wurde 2006 geschaffen, um der Bedeutung des neuen Mediums gerecht zu werden und Web 2.0 und zukünftige Entwicklungen aber auch andere IT-Themen (Kultur- bzw. Wirtschaftsinformatik) in das Gesamtkonzept „Kulturmanagement“ einfließen zu lassen. Meine Lehrveranstaltungen gehören zwar nicht zum Pflichtprogramm der Studierenden, werden aber sehr gut angenommen.

Warum lohnt sich deiner Meinung die Beschäftigung mit dem Web 2.0 für Kultureinrichtungen?

Da gibt es jede Menge Gründe, zu viele, um sie hier aufzuzählen. Ein altes chinesisches Sprichwort heißt ungefähr so: Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen. So ist’s auch mit dem Web 2.0 und ich hoffe, dass Kultureinrichtungen dies in Zukunft immer mehr erkennen werden und sich häufig trauen, Windmühlen zu bauen.

Du wirst über User Generated Culture sprechen. Ohne zuviel zu verraten: Was dürfen sich die Teilnehmer darunter vorstellen?

UGC steht im Web 2.0 bekanntlich ja eigentlich für „user generated content“. Ich versuche, über dieses Spiel mit der Abkürzung eine Parallele zwischen Kunst- und Kulturtheorie und der Internetpraxis des Web 2.0 herzustellen. Letztendlich ist es ein Plädoyer für kunst- und kulturtheoretische Erklärungsansätze, um Kulturinstitutionen von der Idee des Web 2.0 zu überzeugen.

Und was erhoffst du dir selbst von der stART-Konferenz?

Interessante Vorträge und Austausch, gerade da Referentinnen und Referenten sowie Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen scheint es wohl so, dass die eine sehr spannende Konferenz werden wird.

Simon A. Frank ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Daneben berät ermit seiner Firma Frank IT Consulting and Training Kultur- und Bildungseinrichtungen bei IT-Projekten, Online-Marketing und Webapplikationsentwicklungen.

Eine Antwort auf “Die Sprecher der stART.09: Simon A. Frank, PH Ludwigsburg”


  1. [...] (wie Christan Henner-Fehr es mal treffend bezeichnete). In einem Interview im Rahmen der stART-Konferenz wurde mir auch kürzlich die Frage gestellt, was es mit meinem Blog auf sich hat und ich zitiere [...]

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