29 06 09

Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen: Was ist ein Blog?

Autor: Karin Janner

Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen – Teil 13

http://www.wordle.net - Blog

Grafik: www.wordle.net

Was ist ein Blog und die Ordnung in einem Blog

Ein Blog oder Weblog ist eine Website, deren Inhalt aus Beiträgen in Nachrichtenform besteht. Die Beiträge orientieren sich an einer Zeitschiene, sie werden in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angezeigt.
Der neueste ist leicht zu finden, denn der steht im Blog ganz oben. Damit Ihre Leser auch in älteren Beiträgen stöbern können, ordnen Sie sie bestimmten Kategorien zu und verschlagworten („taggen“) sie.

Als Kategorien legen Sie im Theater bspw. fest: „Auftritte“ „Probenarbeit“ „Tournee“ „Interviews“ (diese Liste können Sie jederzeit erweitern), Sie können einen Blogbeitrag mehreren Kategorien zuordnen. Ihre Kategorien zeigen Sie üblicherweise in der rechten oder linken Spalte Ihres Blogs an, über einen Klick darauf bekommt Ihr Leser alle Beiträge angezeigt, die Sie der entsprechenden Kategorie zugeordnet haben.

„Tags“ sind beschreibende Begriffe für Ihre Artikel, auch davon können Sie mehrere pro Artikel verwenden. Wenn Sie beispielsweise über eine Theaterpemiere schreiben, können Sie mit „Premiere“ „Name des Stückes“ „Hauptdarsteller“ usw. taggen. Klickt ein Leser eines dieser Worte in Ihrer „Tag-Cloud“ an, so kommt er zu den Beiträgen, die Sie mit diesem Begriff getaggt haben.

RSS-Feed

Blogs (und auch Nachrichtenseiten) bieten üblicherweise RSS-Feeds an, um über neue Beiträge zu informieren. Wenn Sie einen neuen Artikel in Ihrem Blog online stellen, erfahren Ihre Leser das automatisch über ihren Feedreader.

Direkter Austausch: Kommentarfunktion

Zentrale Eigenschaft eines Blogs ist die Möglichkeit des direkten Austausches über die Kommentarfunktion. Ihre Leser können zu Ihren Blogbeiträgen Stellung nehmen, mit Ihnen und untereinander diskutieren, weiterführende Tipps geben, ihre persönlichen Ansichten zum Thema erörtern, loben oder auch kritisieren.

Die Kommentarfunktion lässt sich abschalten, vorübergehend sperren oder nur für bestimmte Personenkreise freigeben. Da die große Chance eines Blogs der Austausch ist, empfehle ich, Kommentare zuzulassen. Sie haben aber die Möglichkeit, alle Kommentare zu überprüfen, bevor Sie sie für die Öffentlichkeit freischalten, und gegebenenfalls zu löschen oder zu verändern.

Natürlich werden Sie beleidigende, sexistische, rassistische… Kommentare entfernen.
Hüten Sie sich aber davor, alle Kommentare zu löschen, die Ihre Einrichtung kritisieren. Denn in der Blogosphäre spricht sich das rasch herum – und damit können Sie kein Image als offener Kulturbetrieb aufbauen, der sich auf den Dialog mit seinen Besuchern einlässt; und positive Kommentare werden auch anders betrachtet, wenn man weiß, dass negative drum nicht vorkommen, weil sie gelöscht werden…
Nehmen Sie lieber Stellung dazu.

Blog als Knotenpunkt eines weltumspannenden Netzwerks

Im Gegensatz zu einer klassischen Homepage steht ein Blog nicht isoliert für sich da – über gegenseitige Verlinkung entsteht um jedes Blog ein Netzwerk. Jedes Blog ist ein Knotenpunkt im weltumspannenden Blognetzwerk, der „Blogosphäre“.

“Auf klassische Homepages wird ja auch verlinkt“ denken Sie jetzt vielleicht.
Das ist richtig, aber die Anzahl der Links darauf ist verschwindend klein gegen die Anzahl der Links auf ein Blog.

Warum?

Bloggen ist sehr kommunikativ, und ein Geben + Nehmen.
Währung in der Blogosphäre sind Links + Empfehlungen.
Blogs, die ich gerne lese, verlinke ich in meiner Blogroll (Linksammlung zu anderen Blogs), mein Blog ist wiederum in zahlreichen Blogrolls verlinkt. Gute Blogbeiträge werden von anderen Bloggern aufgegriffen, zitiert und verlinkt. Indem ich in einem anderen Blog kommentiere, verlinke ich von dort aus automatisch per Trackback auf mein eigenes Blog…

Technik und Inhalte

Die technische Seite ist keine große Sache, ein Blog ist schnell aufgesetzt.

Entscheiden Sie sich für ein gehostetes Blog dauert das Einrichten 5 Minuten, spielen Sie eine Blogsoftware auf Ihre Domain und passen Sie das Layout an Ihre CI an, ist dafür eine überschaubare Anzahl an Stunden erforderlich.

Gehostete Blogs gibt es z.B. über Wordpress.com, Typepad oder blogger.com, Anbieter von freier Blogsoftware sind z.b. Wordpress und Joomla.

Ob gehostetes Blog oder Blog auf der eigenen Domain, welche Blogsoftware usw. – darüber werde ich noch einen eigenen Beitrag machen, in der Xing-Gruppe stART hatten wir schon eine Diskussion darüber.

Die Herausforderung ist es dann, es mit Inhalten zu füllen, den Dialog mit den Lesern zu starten und aufrecht zu erhalten, es bekannt zu machen, es in die Kommunikationsstrategie einzubinden, es mit den anderen Tools zu verknüpfen usw.

Das inhaltliche Konzept für ein Blog und die Durchführung ist also die Herausforderung beim Bloggen, nicht die Technik.

Schreibstil

Zum Schreibstil eines Blogs ist zu sagen:
Schreiben Sie persönlich und locker; zeigen Sie, wer Sie und die anderen Personen sind, die hinter „der Einrichtung“ stehen.

Sterile Texte aus Ihrer PR-Abteilung sind nicht als Blogbeiträge geeignet, ebenso wenig wissenschaftliche Abhandlungen.

Worüber Sie als Kultureinrichtung bloggen können und was Ihnen das Bloggen bringt, darum wird es in den nächsten Folgen gehen.

Zur Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen

Nicht alle bewegen sich selbstverständlich und souverän durch Social Networks, bloggen und nutzen Twitter für Kurznachrichten. Gerade im Kulturbereich sind vielen die neuen Begriffe noch nicht geläufig oder sie wissen nicht so recht, wozu die Werkzeuge gut sind.

(…Fast…) jeden Montag erläutere ich daher hier Grundlagen und stelle die Möglichkeiten des Web 2.0 vor.
Ich möchte Ihnen vor allem eine Vorstellung davon geben, was Sie mit dem Web 2.0 im Kulturbereich erreichen können und welche Werkzeuge Sie wofür einsetzen. Dafür wird es bald eine Menge praktischer Beispiele geben.

Haben Sie Fragen, Themenwünsche oder selbst praktische Beispiele? Literatur- oder Linktipps zum Thema? Dann schreiben Sie doch hier im Blog einen Kommentar oder benutzen Sie das Forum unserer Xing-Gruppe!

Bisher in dieser Serie veröffentlicht:

  • “Was ist das Web 2.0?”
  • Das Medium Internet -  wie unterscheidet es sich von den klassischen Kommunikationsmedien?
  • Einsatzgebiete von Web 2.0 im Kulturbereich – ein Überblick.
  • Kulturmarketing und PR im Web 2.0
  • Web 2.0 im Fundraising
  • Web 2.0 + Sponsoring / Sponsorenakquise
  • Neue Formen der Kulturfinanzierung im Web 2.0
  • Projektmanagement 2.0 und Online Collaboration (1)
  • Projektmanagement 2.0 und Online Collaboration (2)
  • Web 2.0 in der Kulturvermittlung
  • Das Kunstwerk 2.0
  • Die wichtigsten Tools, eine Übersicht
  • Drucken
    Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen: Was ist ein Blog?

    Schlagworte: , , , , , , , , ,

    5 Kommentare zu “Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen: Was ist ein Blog?”

    1. [...] haben in der vorangegangenen Folge dieser Serie  erfahren, was ein Blog ist, welche Ordnung dort herrscht und was ein Blog von einer “klassischen Homepage” [...]

    2. [...] etc. Mit Inhalten einer statischen Internetseite passiert das selten (mehr darüber im Beitrag “Was ist ein Blog” im Rahmen dieser Serie, unter “Blog als [...]

    3. [...] Was ist ein Blog? Was ist ein Blog und die Ordnung in einem Blog => [...]

    4. Karin Tränkner sagt:

      Hallo
      Ich möchte gerne einen blog einrichten und befinde mich noch in der Pre-Informations-phase. Ihre Seite empfinde ich als sehr informativ und hilfreich bei meinen zaghaften hineintasten in die Materie.
      Meine aktuelle Fragen wären:
      gibt es Themen, die tabu sind (natürlich denke ich nicht an verbotene Themen oder Inhalte), und
      gibt es Dinge, die tunlichst vermieden, weil ev. strafbar sind, z. B. Personen bei deren Namen nennen?
      Danke!
      Karin

    5. Karin Janner sagt:

      Themen, die tabu sind: außer wirklich verbotenen Themen und Inhalten fällt mir da nichts ein…
      Es gibt zu den verrücktesten Themen Nischenblogs, die finden auch immer wieder Leser…

      Dinge, die Strafbar sind, gibt es schon. Z.B. ein Foto, von dem man keine Rechte besitzt, veröffentlichen. Kann teuer werden.
      Zu Urheberrecht und Internetrecht empfehle ich das Blog von Henning Krieg:
      http://www.kriegs-recht.de. Er ist Rechtsanwalt, der sich auf Internetrecht + Social Media spezialisiert hat. Auf der stART09 hat er einen Vortrag über Urheberrecht im Web 2.0 gehalten, für die stART10 hat er bereits auch sein Kommen zugesagt.

      So, nun wünsche ich viel Erfolg beim Starten!
      Wenn Sie Mitglied bei Xing sind – treten Sie doch unserer stART Gruppe bei und berichten dort von Ihren Fortschritten! Kommentare, Hilfestellung + Feedback sind Ihnen dort sicher!
      https://www.xing.com/net/start

      Beste Grüße, Karin Janner

    Ihr Kommentar