Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen – Teil 14
Sie haben in der vorangegangenen Folge dieser Serie erfahren, was ein Blog ist, welche Ordnung dort herrscht und was ein Blog von einer “klassischen Homepage” unterscheidet.
Nun will ich Ihnen die “Bestandteile” eines Blogs zeigen - Sie sind bestimmt auch als Nicht-Blogger schon auf Begriffe wie “Blogroll”, “Tagcloud” oder “Trackback” gestoßen, in dieser Folge werde ich die gängigsten davon anhand meines Kulturmarketing Blogs erklären. (Ich könnte auch das Blog der stARTconference als Beispiel nehmen, aber da das Konferenzwebsite und Blog in einem ist, fehlen hier ein paar der “klassischen” Blogelemente.)
Da meine Blogs alle auf WordPress laufen, sind meine Erklärungen automatisch WordPress-lastig.
Die meisten Elemente kommen auch bei anderen Blogsystemen vor, manches funktioniert dort aber vielleicht etwas anders…
Es gibt noch xxx zusätzliche Features, Widgets, Plugins…
Ich beschränke mich in diesem Beitrag, die gängigsten Elemente zu erläutern.
1. Headerbild
Viele Blogs – aber nicht jedes – haben ein Headerbild. Ob Ihr Blog über die Möglichkeit verfügt, ein eigenes Bild als Headerbild hochzuladen hängt vom Theme ab, das Sie gewählt haben.
(Erklärung von Themes, Templates, Widgets und anderen technischen Begriffen in einer der nächsten Folgen.)
Wählen Sie ein aussagekräftiges Bild, das einen Bezug zu Ihrem Thema / Ihrem Kulturbetrieb hat!
Bei Corporate Blogs kann auch das Logo verwendet werden, ein schönes Foto springt aber mehr ins Auge und wirkt persönlicher.
2. Blog + Statische Seiten
Neben dem eigentlichen Blog (Beiträge in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, im Blog automatisch “Home” genannt) können Sie auch beliebig viele statische Seiten wie z.B. “über mich” anlegen. Wie diese angezeigt werden ist wiederum vom Theme abhängig.
Im Kulturmarketing Blog sieht das so aus:
Im stARTconference Blog werden sie so dargestellt:
3. +4: Letzte Beiträge, letzte Kommentare
Zeigen Sie Ihre letzten Beiträge und die letzten Kommentare, die Sie auf Ihre Artikel bekommen haben, in einer Ihrer Seitenspalten an! Damit sehen Ihre Leser gleich auf einen Blick, was sich bei Ihnen Neues getan hat. Für diese Funktionen gibt es schon fertige Widgets (Erklärung später), über die Ihre Beiträge/Kommentare automatisch erscheinen.
5. Archiv
Im Archiv befinden sich sich ältere Blogbeiträge, nach Monaten geordnet. Auch das Archiv binden Sie über ein Widget ein, es aktualisiert sich von selbst.
6. Blogroll
In der Blogroll verlinken Sie andere Blogs, die thematisch mit Ihrem Blog verwandt sind und die Sie selbst gerne lesen. Die Aufnahme in die Blogroll kommt einer Empfehlung gleich, und sie ist ein wichtiges Vernetzungselement der Blogs untereinander. Viele Blogs, die Sie in Ihre Blogroll aufnehmen, werden ebenfalls in ihrer “Rolle” auf Ihr Blog verlinken.
7. Vorangegangene Artikel, folgende Artikel
Viele Themes zeigen vorangegengene und folgende Artikel an, wenn Sie auf der Seite eines Blogbeitrages sind (jeder Blogbeitrag hat ja eine eigene URL). Damit können sich Besucher orientieren, die bspw. über einen Link aus einem anderen Blog direkt in einem Ihrer Beiträge und nicht auf Ihrer Hauptseite landen.
8. Überschrift des Blogbeitrages
Jeder Blogbeitrag bekommt eine Überschrift, die sorgfältig zu wählen ist – sie soll Interesse am Artikel wecken und möglichst auch Keywords enthalten, über die Sie bei Google gefunden werden wollen.
9. Name des Autors, Datum
Es gibt Themes, die Namen und Datum erst am Ende des Blogbeitrages anzeigen, manche zeigen den Namen gar nicht.
Bloggen ist eine sehr persönliche Sache, die meisten Fach- und Corporate-Blogger sind mit ihrem Realnamen im Netz unterwegs und kommunizieren den auch. Zeigen Sie Ihren Lesern, wer hinter dem Blog steckt und die Artikel schreibt (das müssen nicht nur sie selbst sein, Sie können auch mehrere Autoren zulassen).
Bloggen Sie nicht unpersönlich als admin!
10. Der Blogbeitrag
Das ist nun der eigentliche Blogbeitrag.
Ob Sie Hintergrundberichte bringen, einen Auftritt beschreiben, über eine Vernissage berichten, Fachbeiträge bringen:
Ihr Text muss interessant sein, einen Hauch Persönlichkeit enthalten und sich gut lesen. Sterile Texte aus der PR-Abteilung oder Pressemitteilungen eignen sich nicht als Blogbeiträge.
Journalistisch gesehen sind Blogbeiträge Meinungsbeiträge, wie Glosse oder Kolumne. Ihre persönliche Meinung ist gefragt! Bringen Sie sie ein oder lassen Sie Mitarbeiter, Künstler, Besucher in eigenen Beiträgen oder in Form von Interviews zu Wort kommen.
Wie lang ein Blogbeitrag sein darf ist nirgends festgeschrieben.
Von 5-Zeilern bis zu Artikeln mit um die 1.000 Wörter ist alles drin (dazu ein Artikel von Blogtrainer Karl-Heinz Wenzlaff).
11. Einbindung von Videos oder Fotos
Hier im Beispiel ist ein YouTube Video eingebunden, Sie können auch Videos anderer Plattformen (z.B. Vimeo, Clipfish), Fotos und Foto-Slideshows (z.B. über Flickr), Präsentationen (z.B. über Slideshare), Ihren persönlichen Live-TV-Kanal (bspw. make.TV) etc. einbinden.
Dazu laden Sie Ihre Inhalte (Videos, Fotos, Präsentationen…) auf der entsprechenden Plattform hoch und binden sie dann mittels embed Code (kopieren Sie von der Plattform) in ihr Blog ein.
Natürlich können Sie bspw. Fotos auch direkt in Ihr Blog stellen, aber eine Flickr-Integration spart Webspace auf Ihrem Server und sorgt für Verbreitung Ihrer Bilder über die Flickr-Community – und hilft Ihnen damit enorm bei der Steigerung Ihres Bekanntheitsgrades.
(Glauben Sie, ich hätte den Song von Christoph und Lollo und damit die Band (in meinem Beispiel-Blogeintrag auf dem Kulturmarketing Blog) gefunden, wenn die den nur auf ihre eigene Website gestellt hätten…?)
12. Links
Verlinken Sie in Ihren Blogbeiträgen auf Artikel in anderen Blogs!
Der Verlinkung über Blogartikel sollten Sie in Ihrer Vernetzungsstrategie noch mehr Bedeutung zumessen als der Aufnahme eines Blogs in Ihre Blogroll.
- Erstens sparen Sie sich das Erklären von Details – zitieren Sie und verlinken Sie auf ein Blog, das z.B. Hintergründe umfassend erklärt, die zum Verständnis Ihres Artikels oder Ihrer Story notwendig sind. Das Internet lebt vom Hypertext! (und dieses Wort erkläre ich an dieser Stelle nicht, sondern verlinke auf Wikipedia…)
- Mit einem Link auf einen Blogartikel schicken Sie dem entsprechenden Blogger automatisch einen Trackback; in seinen Kommentaren gibt es damit einen Link auf Ihr Blog. Das ist erstens eine gute Möglichkeit, mit einem anderen Blogger Kontakt aufzunehmen und zweitens werden viele Leser dem Link auf Ihr Blog folgen und darüber in Ihrem Blog landen.
- Bloggen ist geben und nehmen. Blogger, auf die Sie häufig verlinken, werden im Gegenzug auch gern auf Ihr Blog verlinken.
12. Um Weiterempfehlungen bitten
Bei vielen Blogs sehen Sie am Ende des Beitrags eine Leiste mit bunten Buttons – das ist keine Zierleiste, sondern damit machen Sie es Ihren Lesern leicht, Ihren Blogbeitrag bei Delicious, Mr. Wong und Co zu bookmarken und damit weiter zu empfehlen. Solche Button-Leisten (gibt es eigentlich einen offiziellen Namen dafür? Ich kenne keinen…) schwirren überall im Netz herum.
Wenn Sie auf ein Blog stoßen, das eine besonders hübsche hat – schauen Sie, wo die her ist und bauen Sie sie in Ihr Blog.
In letzter Zeit haben sich auch Retweet-Buttons stark verbreitet, damit können Ihre Leser Ihren Blogbeitrag mit einem Mausklick per Twitter weiterempfehlen.
14. Anzeige der Kategorien
Die meisten Themes zeigen am Ende eines Blogbeitrages die Kategorien in Form von Links an, in die Sie den Beitrag eingetragen haben. (Das können auch mehrere sein.)
Mit einem Klick auf den Link erhält Ihr Leser eine Übersicht über alle Beiträge, die Sie innerhalb dieser Kategorie veröffentlicht haben.
15. Kommentarbereich
In den Kommentarbereich eines Blogs gelangen Sie üblicherweise, wenn Sie den entsprechenden Beitrag direkt anwählen (auf die Überschrift klicken oder die URL des Beitrages eingeben).
Hier im Beispiel sehen Sie einen Trackback, wenn Sie diesem Link folgen gelangen Sie zum Blog, das auf Sie verlinkt (siehe Punkt 12).
Bei Kommentaren ist es genau so: Wenn ich in Ihrem Blog kommentiere, trage ich in ein Feld mein eigenes Blog ein, dadurch erhalte ich automatisch einen Link auf mein Blog.
In anderen Blogs zu kommentieren ist also nicht nur ein nettes Feedback dem Blogautor gegenüber, sondern hilft auch, das eigene Blog über Links bekannt zu machen.
16. Kommentarfeld
Hier können Ihre Leser in Ihrem Blog kommentieren. Manche schicken als Kommentar einen Einzeiler, Sie werden aber auch ganze Romane zu lesen bekommen ;-)
17. RSS-Feed
Mittels RSS-Feed informieren Sie Ihre Leser über neue Beiträge. Wenn Sie einen neuen Artikel in Ihrem Blog online stellen, erfahren Ihre Leser das automatisch über ihren Feedreader.
18. Such-Feld
Mit dem Such-Feld ist eine Volltextsuche über Ihr Blog verknüpft. Ihre Leser können also Ihr Blog gezielt nach Inhalten durchsuchen.
19. Banner
Viele Blogger bauen in die rechte oder linke Spalte ihres Blogs Banner ein – nur für sehr große Blogs rechnen sich hier bezahlte Anzeigen. Was aber oft kommuniziert wird sind Banner von Partnerangeboten oder Veranstaltungen, an denen man teilnehmen wird.
Auch unser Banner von der stARTconference dürfen Sie gerne in Ihr Blog integrieren :-)
Damit zeigen Sie nicht nur, dass Sie sich für das spannende Thema Web 2.0 interessieren und auf der stARTconference anzutreffen sind, Sie helfen uns, die Konferenz webweit bekannt zu machen –> dafür bekommen Sie von uns 20% Rabatt auf Ihr Ticket!
20. Kategorien
Um die Kategorien anzuzeigen, in die Sie Ihre Blogbeiträge eingeordnet haben, gibt es ein Widget. Die Anzeige Ihrer Kategorien wird damit automatisch auf dem neuesten Stand gehalten, mit einem Klick auf den Kategorie-Namen (Link) erhält Ihr Leser eine Übersicht über alle Beiträge, die Sie innerhalb dieser Kategorie veröffentlicht haben.
21. Tag-Cloud
Eine Tag-Cloud ist eine “Wolke” aus Ihren Schlagworten. Ein Wort wird umso größer dargestellt, je öfter Sie es als “Tags” für Ihre Artikel vergeben haben. Die einzelnen Tags in der Tag-Cloud sind Links auf Blogartikel, die Sie damit versehen haben.
Zur Serie Web .0 im Kulturbereich – Basiswissen
Nicht alle bewegen sich selbstverständlich und souverän durch Social Networks, bloggen und nutzen Twitter für Kurznachrichten. Gerade im Kulturbereich sind vielen die neuen Begriffe noch nicht geläufig oder sie wissen nicht so recht, wozu die Werkzeuge gut sind.
Daher erläutere ich im Rahmen dieser Serie Grundlagen und stelle die Möglichkeiten des Web 2.0 vor.
Ich möchte Ihnen vor allem eine Vorstellung davon geben, was Sie mit dem Web 2.0 im Kulturbereich erreichen können und welche Werkzeuge Sie wofür einsetzen. Dafür wird es bald eine Menge praktischer Beispiele geben.
Haben Sie Fragen, Themenwünsche oder selbst praktische Beispiele? Literatur- oder Linktipps zum Thema? Dann schreiben Sie doch hier im Blog einen Kommentar oder benutzen Sie das Forum unserer Xing-Gruppe!
Bisher in dieser Serie veröffentlicht:
Schlagwörter: basics, basiswissen, Grundlagenwissen Web 2.0, Internet, Serie, Social Media, Web 2.0, Web 2.0-Tools, Web2.0, workshop

[...] so ein Blogbeitrag geschrieben sein soll und welchen Stil Sie wählen sollten habe ich schon im vorigen Beitrag dieser Serie [...]
[...] regelmäßig austauschen – ganz unkompliziert über RSS-Feed und Kommentarfunktion. (Erklärung in diesem Beitrag aus dieser Serie) Beispielhaft dafür das Brooklyn [...]
[...] man generell Blogbeiträge schreibt, die gerne gelesen werden, habe im Artikel “Elemente eines Blogs und wie Sie sie einsetzen” im meiner Serie “Web 2.0 im Kulturbereich -Basiswissen” beschrieben: “Ihr Text [...]