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Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen: Was bringt Ihnen als Kulturbetrieb oder Künstler das Bloggen?

von am 24. August 2009

Teil 16 der Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen

was-bringt-bloggen

Grafik: www.wordle.net

Was bringt das Bloggen

…für Sie als Kultureinrichtung?

  • Mit einem Blog haben Sie einen kostengünstigen und direkten Zugang zur Öffentlichkeit. Sie können Ihre Botschaften vermitteln, ohne durch den „Filter“ der Medien zu müssen. Keine höhere Instanz bestimmt, was in Ihrem Blog stehen darf oder verändert Ihre Texte.
  • Bloggen bringt Ihnen Aufmerksamkeit + Steigerung Ihres  Bekanntheitsgrades.
    Blogs werden durch die Aktualität der Beiträge von Suchmaschinen leichter gefunden als statische Internetseiten. Zudem werden Blogbeiträge in anderen Blogs gerne zitiert und finden darüber Verbreitung in der Blogosphäre, von dort wandern sie weiter in Social Networks, zu Twitter, zu Friendfeed etc.
    Mit Inhalten einer statischen Internetseite passiert das selten (mehr darüber im Beitrag “Was ist ein Blog” im Rahmen dieser Serie, unter “Blog als Knotenpunkt”)
  • Neue Zielgruppen werden auf Sie aufmerksam. Gerade junge Leute sind in der Blogosphäre und in Social Networks unterwegs. Mit einem Blog haben Sie die Möglichkeit, Zielgruppen zu erreichen und für Ihr Thema zu begeistern, die Sie auf klassischem Weg nicht erreichen.
    Bsp: Über ihr Blog dacapo haben die Duisburger Philharmoniker einen enormen Zuwachs an jungem Publikum in ihren Konzerten gewonnen.
  • Persönliche und ungefilterte Beiträge machen Ihre Einrichtung transparenter und geben ihr ein authentischeres „Gesicht“. Sie wollen, dass man Sie als junge, kreative  Institution wahrnimmt? Dann lassen Sie Ihre jungen, kreativen Mitarbeiter berichten! Mit einem gut geschriebenen Blog können Sie wunderbar ein positives Image aufbauen oder Ihr Image verbessern.
  • Bloggen hilft Ihnen bei der Besucherbindung:
    Durch Geschichten, Hintergrundberichte und persönliche Statements können Sie Ihren Besuchern die Menschen hinter Ihrer Einrichtung zeigen – und mit diesen werden sich Ihre Besucher viel eher identifizieren als mit “dem Theater” oder “dem Museum”. Darüber hinaus haben Ihre Besucher die Möglichkeit, sich über die Kommentarfunktion selbst einzubringen – indem sie eigene Eindrücke schildern und ihre Meinung äußern.
  • Austausch und Kontaktpflege mit den Stakeholdern
    Nicht nur mit Ihren Besuchern, sondern mit allen Ihren Stakeholdern (Besucher, Förderer, Sponsoren, die Presse…) können Sie über Ihr Blog im Kontakt bleiben und sich regelmäßig austauschen – ganz unkompliziert über RSS-Feed und Kommentarfunktion. (Erklärung in diesem Beitrag aus dieser Serie)
    Beispielhaft dafür das Brooklyn Museum.
  • Ein Blog eignet sich für Aufbau und Pflege eines Netzwerks (Stakeholder, andere Kultureinrichtungen). Auch statische Internetseiten (z.B. verschiedener Kultureinrichtungen) können miteinander durch Links vernetzt sein, aber die Vernetzung zwischen Blogs ist um ein Vielfaches höher, da eine Vielzahl von Links gegenseitig verweist. Außerdem ist über die Kommentarfunktion gleich ein Austausch möglich.
  • Ein Blog können Sie auch einsetzen, um Ressourcen beschaffen (Unterstützung für Kampagnen, Spenden, Mitarbeiter usw.).
    Wenn Sie Zweifel daran haben, dass das funktioniert, werfen Sie doch einmal einen Blick auf die “Aktion Uwe”, die Ole Seidenberg in seinem Blog “socialblogger” für den Obdachlosen Uwe gestartet hat, dessen Traum es war, ein Nachtcafé für Obdachlose zu eröffnen: Im Juni wurden 10.000 Euro Starkapital für dieses Projekt bewilligt! Und seit dem 1.9. hat Uwe nun wieder einen festen Wohnsitz – nach 21 Jahren auf der Straße…
  • Instrument der Kulturvermittlung
    Mit einem Blog haben Sie ein wunderbares Instrument der Kulturvermittlung in der Hand. Über den Einsatz von Blogs in der Kulturvermittlung habe ich bereits im Rahmen dieser Serie berichtet.
  • Ihr Blog dient Ihnen auch als Dokumentation Ihrer Aktivitäten und als Bild- und Videoarchiv.
  • Ein nicht-öffentliches Mitarbeiterblog können Sie auch für den internen Austausch verwenden – alternativ oder ergänzend zu einem Wiki.
  • und zuletzt noch ein Punkt, den ich als besonders bedeutend ansehe:
    Ihr Blog wirkt auch nach Innen, durch die Berichte erhalten Ihre Musiker, Künstler, Schauspieler… Wertschätzung für ihre Arbeit, auch freiwilligen Helfern oder Teilnehmern (z.b. Kinder in einer Musikschule) können Sie so Ihre Anerkennung zeigen und sie motivieren.

…für Sie als Künstler oder Kulturschaffender?

Die meisten dieser Punkte können Sie als freier Künstler oder Kulturschaffender auf  Ihre Gegebenheiten umlegen.
Über das Bloggen als Freiberufler (Was bringt`s und welche persönlichen Voraussetzungen muss man mitbringen…) habe ich im Kulturmarketing Blog einen ausführlichen Beitrag + Linkliste geschrieben.

Ein schönes Blog schreibt die Künstlerin Susanne Haun.
Welche Überlegungen sie vor Beginn des Blogs angestellt hat und wie es ihr mit ihrem Blogstart ging, darüber hat sie ausführlich in unserer Xing-Gruppe stART berichtet:
“Erfahrungen einer Ahnungslosen beim Anlegen eines Blogs” hat sie den Thread genannt, und wir von stART Team haben auch unseren Senf dazu gegeben…

Zur Serie Web .0 im Kulturbereich – Basiswissen

Nicht alle bewegen sich selbstverständlich und souverän durch Social Networks, bloggen und nutzen Twitter für Kurznachrichten. Gerade im Kulturbereich sind vielen die neuen Begriffe noch nicht geläufig oder sie wissen nicht so recht, wozu die Werkzeuge gut sind.

Daher erläutere ich im Rahmen dieser Serie Grundlagen und stelle die Möglichkeiten des Web 2.0 vor.

Ich möchte Ihnen vor allem eine Vorstellung davon geben, was Sie mit dem Web 2.0 im Kulturbereich erreichen können und welche Werkzeuge Sie wofür einsetzen. Dafür wird es bald eine Menge praktischer Beispiele geben.

Haben Sie Fragen, Themenwünsche oder selbst praktische Beispiele? Literatur- oder Linktipps zum Thema? Dann schreiben Sie doch hier im Blog einen Kommentar oder benutzen Sie das Forum unserer Xing-Gruppe!

Bisher in dieser Serie veröffentlicht:

  • “Was ist das Web 2.0?”
  • Das Medium Internet -  wie unterscheidet es sich von den klassischen Kommunikationsmedien?
  • Einsatzgebiete von Web 2.0 im Kulturbereich – ein Überblick.
  • Kulturmarketing und PR im Web 2.0
  • Web 2.0 im Fundraising
  • Web 2.0 + Sponsoring / Sponsorenakquise
  • Neue Formen der Kulturfinanzierung im Web 2.0
  • Projektmanagement 2.0 und Online Collaboration (1)
  • Projektmanagement 2.0 und Online Collaboration (2)
  • Web 2.0 in der Kulturvermittlung
  • Das Kunstwerk 2.0
  • Die wichtigsten Tools, eine Übersicht
  • Was ist ein Blog?
  • Elemente eines Blogs und wie Sie sie einsetzen
  • Worüber können Sie als Kultureinrichtung bloggen?
  • Schlagwörter: , , , , , , , ,

    6 Kommentare

    1. Sebastian sagt:

      Sehr guter Post – mit guten Argumenten, die kürzlich auch Jamari Lior und mich dazu gebracht haben, über einen Blog mal mehr von Ihrem spannenden Leben und Arbeiten als Fotokünstlerin und Fotografin preiszugeben: http://www.jamari-lior.de/blog/

      Ein weitere Link-Tipp zum Thema: http://chrisguillebeau.com/3×5/the-unconventional-guide-to-art-and-money/ … da findet Ihr einen hervorragenden Guide von Chris Guillebeau, dem erklärten “Non-Konformisten”, unter dem passenden Titel “The Unconventional Guide to Art and Money”

    2. Karin Janner sagt:

      Vielen Dank für das Lob :-)

      Und auch für die Links. Schön, dann habe ich wieder ein schönes Beispiel, das ich bringen kann! http://www.jamari-lior.de/blog/

      Gruß, Karin Janner

    3. Susanne Haun sagt:

      Hallo Karin,

      ich habe sehr viele neue Kontakte durch meinen Blog erhalten. Mein Blog zwingt mich auch, selber disziplinierter zu Arbeiten.

      Herzlichen Dank nocheinmal für eure vielen Hinweise!

      Gruß Susanne

    4. Karin Janner sagt:

      Freut mich, wenn die Tipps geholfen haben!
      Ist ja auch wirklich schön geworden, das Blog, drum habe ich es gleich als Beispiel gebracht :-)

      Vielleicht werde ich Dich nach der Konferenz mal dazu interviewen, was Dir das Bloggen bringt, wie viel Arbeit es Dir macht etc. Damit sich bald mehr KünstlerInnen rantrauen…

      Liebe Grüße, Karin

    5. [...] ein Blog bringt und welche Vorteile ein Blog gegenüber einer statischen Website hat, habe ich in diesem Beitrag [...]

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