Die Sprecher der stART.09: Michael Wald und Andreas Mertens

Vortrag: Kunst im Virtuellen Raum und digitale Knetmasse

Wenn ein Künstler seinen Geist und seine Kreativität mit einem Werkstoff bzw. Rohstoff schöpferisch schaffend in Verbindung bringt, manifestiert sich Kunst, die die Kultur mitprägt.
Nach einem geschichtlichen Überblick über Multimediakunst stellen die Autoren vor, wie kreatives und künstlerisches Schöpfen in Virtuellen Räumen wie Second Life oder OpenSimulator stattfindet und funktioniert. Andreas Mertens und Michael Wald zeigen, wie sich Geist und Kreativität in Verbindung mit einem digitalen Rohstoff in digitale Kunst manifestiert. Diese universale digitale Knetmasse, auch Prims genannt, dient in Virtuellen Welten dazu, dass sich die Kreativität der User entfalten kann. Jeder Benutzer kann damit zum kreativen Schöpfer und Mitgestalter und Künstler des Cyberspaces/Metaversums werden. U.a. stellen Sie die Cross Worlds Art Gallery vor, ein Künstlernetzwerk in Second Life, dass aus 45 internationalen Künstlern, ihren Kunstwerken und aus über 600 interessierten Kunstliebhabern besteht.

Workshop: Am Rubikon zwischen Realität und Virtualität

Second Life wird von vielen nur als Abbildung der Realität im virtuellen Raum gesehen. Es macht zwar für einen Museumsbesucher durchaus Sinn, wenn er sich im Vorfeld eines Museumsbesuches zu orientieren versucht und darüber hinaus interessante Informationen über das Haus, die Ausstellung oder einzelne Kunstobjekte erhält. Auf der anderen Seite ist es aber nicht sehr motivierend, einsam durch virtuelle Ausstellungsräume zu streifen. Wer kein Second Life-Experte ist, erfährt so gar nicht, welche Möglichkeiten die „Insel“ bietet.

In ihrem Workshop zeigen Andreas Mertens und Michael Wald, welchen Mehrwert Second Life bieten kann. Entscheidend ist dabei das kollaborative Potenzial von Second Life. Besucher eines virtuellen Museums können z.B. ihre eigene Ausstellung hängen oder die ausgestellten Kunstobjekte „taggen“, alles Dinge, die in der Realität so nicht möglich sind. Die Aktivitäten im virtuellen Raum erlauben es, Communities aufzubauen und (neue) Zielgruppen an den Kulturbetrieb zu binden. Ein gut gemachtes Angebot in Second Life motiviert aber auch dazu, die Kultureinrichtung „vor Ort“ zu besuchen.

Andreas MertensAndreas Mertens, Jahrgang 1971 ist Diplominformatiker und ein Kind der Technologie. Er ist mit digitaler Kunst und dem Commodore C64 sowie dem Amiga aufgewachsen. Nach Abschluss seines Informatik-Studiums arbeitete er für IBM global Services und dem erfolgreichen IT-Startup Avinci, der von CMG Logica gekauft wurde. Andreas Mertens ist seit 2001 selbständig. Der Metaverse-Evangelist und Web 2.0-Experte entwickelte 2007 ein Metamodell für die Bewertung erfolgreicher Virtueller Welten und betreibt das Blog SLTalk.

Michael WaldMichael Wald, Jahrgang 1968 ist Multimediaproduzent und aufgewachsen im Wechselspiel zwischen erfolgreichem Wideraufbau und der 68er Revolte. Nach einem Jahr Berufsfachschule für Farbtechnik und Raumgestaltung absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Betriebsschlosser. Es folgen mehrere Jahre in denen er sich mit Religion und Kybernetik befasst. Seine Leidenschaft für Musik und im speziellen für Synthesizer bringt ihn Anfang der 90er Jahre zur computergestützten Musikproduktion;er schult zum Datenverarbeitungskaufmann um. Nach 3 Jahren Tonstudiobetrieb und 5 Jahren Internet- und Filmproduktion macht er sich 2005 selbständig mit Systemmedien.

Eine Antwort auf “Die Sprecher der stART.09: Michael Wald und Andreas Mertens”


  1. [...] Auf der start09 in Duisburg informierten wir das interessierte Publikum zum Themenkomplex Virtuelle Welten bzw. 3D-Internet auf Basis von Second Life. Im Fokus stand Kunst & Kultur. Informationen zum Vortrag sind auch hier zu finden. [...]

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