Die Sprecher der stART.09: Erik Meyer

Erinnerungskultur 2.0? Kommemorative Kommunikation & Aufmerksamkeitsökonomie (Vortrag)

Digitale, interaktive Medien prägen nicht nur die Gegenwart gesellschaftlicher Kommunikation, sie bestimmen zunehmend unser Verständnis der Vergangenheit und begründen neue Formen von Geschichtsvermittlung und Opfergedenken, die hier mit dem Begriff „Erinnerungskultur 2.0“ adressiert werden.

Der Beitrag beschäftigt sich ausgehend von der Vergegenwärtigung von Nationalsozialismus und Holocaust anhand exemplarischer Online-Angebote mit Archiv-Anwendungen und Plattformen zur Integration nutzergenerierter Inhalte. Dabei werden zivilgesellschaftliche Initiativen sowie erinnerungskulturelle Institutionen fokussiert und mit den Aktivitäten kommerzieller Anbieter kontrastiert. Den Hintergrund für die Analyse bildet die Annahme, dass diese Akteure gleichermaßen um die (begrenzte) Aufmerksamkeit von Interessenten konkurrieren und dabei mit den spezifischen Selektionsmechanismen von Online-Öffentlichkeiten konfrontiert werden. Auf der Basis der Bestandsaufnahme wird schließlich am Beispiel des United States Holocaust Memorial Museum der weitergehende Einsatz von Social Media-Formaten hin zu einer „vernetzten Institution“ diskutiert.

Erik MeyerDr. Erik Meyer, Politikwissenschaftler, von 2003 bis 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich „Erinnerungskulturen“ an der Justus-Liebig-Universtät (JLU) Gießen im Teilprojekt „Visualisierung und Virtualisierung von Erinnerung: Geschichtspolitik in der medialen Erlebnisgesellschaft“, seit Juli seit 2008 Principial Investigator des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der JLU, Herausgeber von Erinnerungskultur 2.0: Kommemorative Kommunikation in digitalen Medien (Campus 2009). Im Sommersemester 2009 Vertretung einer wissenschaftlichen Assistenz am Institut für Politikwissenschaft der JLU. Für ausführliche Angaben zu Forschung und Lehre sowie Präsentationen und Publikationen siehe Memorama.de (Blog für Politik, Kultur & Kommunikation).

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