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Die Sprecher der stART.09: Can Gezer

von am 1. September 2009

Can Gezer

Der Sinn und Zweck der klassischen Website bestand und besteht darin, Informationen zur Verfügung zu stellen. Auf einer Museumswebsite erfahre ich, welche Ausstellung gerade läuft, was der Eintritt kostet und welche Öffnungszeiten ich berücksichtigen muss. Bin ich auf der Suche nach diesen Informationen und werde auf der Homepage fündig, hat diese ihre Aufgabe erfüllt.

Mit dem Aufkommen des Web 2.0 hat sich da was verändert. Social Media sei Konversation zwischen Menschen, heißt es im Abstract von Can Gezer, der als Berater bei der Hamburger Firma DSG arbeitet. Diese Konversation lässt sich für Kulturbetriebe und Künstler nutzen, indem sie an ihr teilnehmen. Wie sie das machen? In Form von Word-of-Mouth Marketing.

Zu diesem Thema wird der gebürtige Essener, der als Marketingberater in New York und London arbeitete, auf der stART.09 einen Vortrag halten. Beim WOM-Marketing gehe es nicht, so Gazer, um die Kreation von Mundpropaganda, sondern um die Animation und Förderung von Kommunikation. Dieses soll die Relevanz von Themen vermitteln und somit Gespräche initiieren.  Die hierfür dienlichen Instrumente sind seiner Meinung nach:

  • Buzz Marketing
  • Viral Marketing
  • Community Marketing
  • Botschafter Programme
  • Produkt Sampling
  • Influencer Marketing
  • Corporate Blogging

Der studierte Kommunikationswissenschaftler wird im Rahmen seines Vortrags verschiedene Beispiele aus der Wirtschaft vorstellen und auf ihre Zweckdienlichkeit für Kulturbetriebe hin überprüfen. Was kann etwa ein Museum für seine Ausstellung von Hornbach lernen? Was kann Passionata-Unterwäsche dem Theater beibringen und wie kann Ray-Ban Künstlern zu mehr Awareness verhelfen? Wie sich solche Muster auf den Kunst- und Kulturbereich übertragen lassen, wird Gazer anhand erfolgreicher Beispiele zeigen.

Diese zeichnen sich auch dadurch aus, so Gazer, dass sie die richtigen Leute angesprochen haben, sprich, sich mit der strategischen Erstplatzierung, dem Seeding befasst haben, um das es im zweiten Teil seines Vortrags gehen wird.

Ein Blog ins Leben zu rufen und einen Inhalt bei YouTube einzustellen, wird der Masse an Kanälen im Internet nicht gerecht. So werden z.B. bei YouTube täglich 60.000 neue Inhalte hochgeladen. Platziere ich einen Inhalt nicht so, dass er meinen Zielen dienlich ist, geht er einfach in der Masse unter. D.h. ich muss planen wie und wo ich mich platziere. Während es um das Wie im ersten Teil seines Vortrags geht, behandelt der zweite Teil die Frage nach dem Wo. Wo finde ich die hochfrequentierten Hubs, derer ich mich bedienen muss, damit ich auf den themenrelavanten Knotenpunkten im Internet zu finden bin? Erst dann werde ich zum Thema!

Der entscheidende Unterschied zwischen Social Media und traditionellen Medien besteht in der Interaktionsmöglichkeit für die User. D.h. jeder kann Kritik & Lob äußern. Man muss also bereit sein die Kontrolle zu verlieren, da Kommunikation nie kontrollierbar ist. Oder um es in den Worten von David Meerman Scott zu sagen:

„What do you have to loose but control!?“

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