Das ist der 21. Beitrag der Serie “Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen”.
Was Ihnen als Kultureinrichtung, als Kulturschaffender oder als Künstler ein Blog bringt und welche Vorteile ein Blog gegenüber einer statischen Website hat, habe ich in diesem Beitrag erläutert.
Wenn Sie das überzeugt hat und Sie oder Ihr Kulturbetrieb auch noch die Voraussetzungen für`s Bloggen erfüllen, werden Sie jetzt vor folgenden Fragen stehen:
- Soll ich nun ein Blog neben meiner Website aufsetzen oder anstelle meiner Website?
- Wähle ich einen Bloganbieter, der sich um das Hosting kümmert?
Oder will ich mein Blog auf dem eigenen Server? Welche Blogsoftwarekommt für mich in Frage?
Mit der ersten dieser Fragen haben wir uns in diesem Blogbeitrag beschäftigt, die zweite ist jetzt dran.
Möglichkeit 1: Von einem Bloganbieter gehostetes Blog
Sie bevorzugen ein gehostetes Blog, weil Sie sich selbst nicht um Technik, Hosting und Datensicherung kümmern wollen?
Dann wählen Sie einen Bloganbieter wie z.B. WordPress.com, Blogger.com oder Posterous.com, melden Sie sich an (dauert ca. 5 Minuten) und legen Sie los. Für Schauspieler und Theater empfehle ich den Spezial-Anbieter theaterblogs.de.
Das Design können Sie mit einem Klick auswählen. Wenn es Ihnen später nicht mehr gefällt, wählen Sie mit einem weiteren Klick ein neues Design. Von Designänderungen bleiben Ihre Inhalte unberührt, darauf komme ich im nächsten Beitrag noch einmal genauer zu sprechen.
Die Vorteile eines solchen Blogs
- Sie müssen sich nicht um die Technik, um Hosting und um Ihre Datensicherung kümmern.
- Sie brauchen keine eigene Domain dafür.
- Sie müssen die Software nicht auf Ihrem Server installieren.
- Es fallen gar keine Kosten für Sie an.
- Sie haben Ihr Blog in 5 Minuten eingerichtet und können dann sofort losbloggen.
- Sie sind Teil einer Community.
Die Nachteile
- Sie haben nur begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten.
- Sie können keine Plugins installieren (diese erweitern die Funktionen Ihres Blogs).
Beispiele
- http://de.wordpress.com, z.B. Blog der Künstlerin Susanne Haun
- http://www.blogger.com, z.B. Blog der Wiener Kammeroper, First Stage Children`s Theater
- https://www.typepad.com, z.B. Blog der British Library
- http://www.theaterblogs.de, z.B. Blog des AugusTheater Neu Ulm
- http://posterous.com, z.B. Blog des Neanderthal Museums Neanderthal 2.0
(kaum Gestaltungsmöglichkeiten, aber noch einfacher bloggen, per Email oder im Web, auch als Ergänzung für ein „richtiges“ Blog)
Möglichkeit 2: Blogsoftware auf dem eigenen Server installieren
Sie wollen mehr Gestaltungsmöglichkeiten (z.B. das Design an Ihr Corporate Design anpassen), Sie wollen, dass Ihr Blog auf Ihrer eigenen Domain läuft? Sie haben noch keine Website und wollen gleich Blog und Website in einem Schwung starten?
Dann entscheiden Sie sich für die Blog- und CMS-Software WordPress oder Joomla.
Wenn Sie WordPress auf Ihrem Server installieren wollen, gehen Sie wie folgt vor (bei Joomla funktioniert das ähnlich):
- Domain auswählen (Name)
- Provider wählen (Paket: PHP + MySQL Datenbank) + Domain registrieren bzw. Subdomain anlegen
- auf http://wordpress-deutschland.org gehen und WordPress auf den Rechner laden (Download Button) + entpacken (Zip-Datei)
- FTP-Client installieren (z.B. FileZilla)+ Dateien hochladen
- Theme wählen (Theme-Kataloge, z.B. http://themes.wordpress-deutschland.org, http://wordpressthemen.de ), ev. anpassen
- Einstellungen machen + losbloggen
Eine gute (etwas genauere) Anleitung ist auf nischenTHEMA zu finden:
In 10 Schritten zum eigenen WordPress Blog
Die Vorteile eines selbst gehosteten Blogs
- Sie haben mehr Gestaltungsmöglichkeiten (Design, Funktionalität; Für fast alle Web-Bedürfnisse gibt es Plugins für WordPress und Joomla).
- Sie haben damit nicht nur ein Blog, sondern gleich ein einfach zu bedienendes CMS (Content Management System), und das kostenlos.
Die Nachteile
- Sie müssen die Software auf Ihrem Server installieren (etwas mehr Zeitaufwand und Technikkenntnisse erforderlich als beim gehosteten Blog) und sich selbst um Technik, Hosting und Datensicherung kümmern.
- Sie brauchen eine eigene Domain dafür, dafür fallen (wenn auch geringe) Kosten an.
Beispiele
- http://wordpress.org, Beispiele: stARTconference (Blog + Website), dacapo (Blog der Duisburger Philharmoniker), Kulturinitiative New Generation (Blog + Website)
- http://www.joomla.de , Bsp: Bühnen Halle (Blog + Website)
Zur Serie Web 2.0 im Kulturbereich – Basiswissen
Nicht alle bewegen sich selbstverständlich und souverän durch Social Networks, bloggen und nutzen Twitter für Kurznachrichten. Gerade im Kulturbereich sind vielen die neuen Begriffe noch nicht geläufig oder sie wissen nicht so recht, wozu die Werkzeuge gut sind.
Daher erläutere ich im Rahmen dieser Serie Grundlagen und stelle die Möglichkeiten des Web 2.0 vor.
Ich möchte Ihnen vor allem eine Vorstellung davon geben, was Sie mit dem Web 2.0 im Kulturbereich erreichen können und welche Werkzeuge Sie wofür einsetzen. Dazu bringe ich auch eine Menge praktischer Beispiele.
Haben Sie Fragen, Themenwünsche oder selbst praktische Beispiele? Literatur- oder Linktipps zum Thema? Dann schreiben Sie doch hier im Blog einen Kommentar oder benutzen Sie das Forum unserer Xing-Gruppe!
Bisher in dieser Serie veröffentlicht:
Schlagwörter: basics, basiswissen, Grundlagenwissen Web 2.0, joomla, posterous, Social Media, typepad, Web2.0, wordpress


Viele wollen eine eigene Adresse im Internet haben, aber nicht viel Geld und Arbeit in die Pflege investieren. In solchen Fällen empfehle ich die Domainweiterleitung auf einen der Bloganbieter. Mit Domainweiterleitung, die es schon um ca. 30 Cent/Monat gibt, spart man in solchen Fällen Zeit und Geld.
Klasse Artikel, eine sehr gute Beschreibung mit den Blogs, entweder oder halt, ich persönlich hoste es immer selber, da ich mehr Plugins verwenden kann und ich es besser finde!
Liebe Grüße
bernhard
@Norbert: Danke für die Ergänzung! Das wollte ich auch noch schreiben, habe es aber vergessen :-)
@Bernhard Babbe: Danke für das Lob!
Die meisten meiner Blogs hoste ich auch selbst, mir sind Flexibilität und die Erweiterungsmöglichkeiten durch Plugins wichtig.
Aber z.B. das Gemeinschaftsblog http://kulturmarketing.wordpress.com oder das der NPO-Blogparade http://npoblogparade.wordpress.com sind gehostete Blogs und bei denen passt mir das gut so. Sie werden von mehreren Autoren betrieben, und mit dieser Variante muss sich keiner um die Technik kümmern.