16 01 12

stART12 navigare!

Mercator_1569
erste Mercatorprojektion von 1569

Vor 500 Jahren wurde Gerhard Mercator in Rumpelmonde bei Antwerpen geboren. Die meisten Jahre seines Lebens bis zu seinem Tod 1594 lebte, forschte und lehrte er in Duisburg. Bekannt ist er vor allem durch seine Globen, aber seine wichtigste Arbeit ist eine 1569 erstellte und die Schifffahrt revolutionierende Weltkarte, die er

“Nova et aucta orbis terræ descriptio ad usum navigantium emendate accomodata”

nannte.

Navigation war zu der damaligen Zeit eine Mischung aus Erfahrung und Zufall. Nicht zuletzt ist die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus ein Beispiel dafür, wie ganze Kontinente verwechselt werden konnten. Mercator trug mit seiner innovativen winkeltreuen Projektion entscheidend dazu bei, dass brauchbare Seekarten entstanden und eine Seefahrt von A nach B nicht mehr zwischen C und Z endete. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Mercators Forschungen bis heute Einfluss auf Wirtschaft, Reisen und auf die Entwicklung mobiler Kommunikations- und Ortungstechnologien haben.

Das “Social Web” – das Internet der multi- und transmedialen Interaktion – beherrscht heute die Welt der Kommunikation und Information. Aber wir Menschen, die wir es privat und beruflich nutzen, beherrschen und verstehen es nicht. Als Nutzer des Social Web ähneln wir heute eher einem Christoph Columbus, als einem modernen Containerschiff-Kapitän. Technik, Software und Konzepte sind noch viel zu neu, zu unübersichtlich und zu sehr im ständigen Wandel, als dass sich allgemeingültige und wiederholbar erfolgreiche Projekte darstellen lassen. Wennwir ehrlich sind, wissen wir noch nicht einmal, dass es ein “Indien” überhaupt gibt. Geschweige denn, dass “Amerika” davor liegt.

Wir haben in den letzten Jahren mit der Hilfe vieler ExpertInnen die BesucherInnen der Konferenz und Netzwerk-Mitglieder mit den Grundlagen und Anforderungen des modernen Internets vertraut gemacht. Wir haben für die Notwendigkeit eines aufmerksamen Mitmachens in dieser Medien-(R)Evolution geworben und sind auf offene Ohren gestoßen. Viele neue und beeindruckende Projekte zeugen davon, dass die Ideen und Visionen, dass Wissen und praktische Umsetzung ein fester Bestandteil der Kultur- und Kreativbranche geworden ist. Die Werkzeuge des “Web 2.0″ werden wie selbstverständlich eingesetzt und “Social Media” ist – ebenso wie Blogs, Facebook, Twitter und Co. – ein fester Bestandteil der Kommunikation und des Marketings. Wir haben uns eine intuitive, manchmal naive Nutzung angewöhnt, die weder die Möglichkeiten ausschöpft, noch die Gefahren beachtet.

Was uns fehlt sind seetüchtige Schiffe, professionelle “Seekarten”, “nautische Werkzeuge” und – für den Notfall – “Rettungsboote”.

Realistisch betrachtet: Wäre das Web die Schifffahrt, fahren wir heute Einbaum-Boote. Wir sind erst am Anfang der Erforschung eines digitalen Ozeans. Aber wir stehen schon mit beiden Füssen im Meer und schauen sehnsüchtig auf die Inseln am Horizont.

Die “stART12 NAVIGARE! Schiff, Seekarte, Kompass und Rettungsboot für das Social Web” wird vom 14.-15.06.2012 im Duisburger Hafenstadtteil Ruhrort mit SprecherInnen aus unterschiedlichen Kerngebieten des “Social Webs” Routen, Strategien und Techniken in Keynotes, Vorträgen und Workshops vorstellen. Unser Ziel ist es, uns Gerhard Mercator als Vorbild zu nehmen und in den 2 Tagen eine brauchbare “Seekarte” für den professionellen Einsatz von Kommunikation und Marketing im “Social Web” zu erstellen.
Ein Schwerpunkt ist in diesem Jahr der Einsatz des “Mobile Webs” in Werbung, Medienproduktion und Interaktion für künstlerische und kreative Projekte.

Die Reisevorbereitungen

Um dann zum bereits vierten Mal “in See stechen” zu können, bedarf es einiger Vorbereitungen. Gelernt haben wir, dass die Hektik kurz vor Reisebeginn am größten ist. SprecherInnen sagen ab, das Programmheft ist noch nicht fertig und es sind noch nicht alle Tickets verkauft. Ganz wird sich diese Hektik wohl nicht vermeiden lassen, aber zumindest die Finanzierung der Konferenz wollen wir dieses Jahr möglichst frühzeitig sicherstellen. Deshalb haben wir uns für dieses Jahr wieder etwas Neues ausgedacht: wir werden die Konferenz mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne planen. 30.000 Euro müssen zusammenkommen, damit die stART12 stattfinden kann.

Unsere Idee ist es, den Ticketverkauf in die Crowdfunding-Kampagne zu integrieren, d.h. jede/r kann uns unterstützen, in dem er oder sie ein Ticket kauft. Aber es wird noch weitere Möglichkeiten geben, uns zu unterstützen, auch für die, die nicht in Duisburg dabei sein wollen oder können.

Mit der Kampagne wollen wir aber auch testen, ob solche Summen für ein solches Projekt überhaupt realistisch sind. Für den Stromberg-Film ist innerhalb einer Woche die unwahrscheinliche Summe von 1 Million Euro zusammen gekommen. Was schafft eine Konferenz wie die stART12? Wir sind gespannt und freuen uns auf Teil I der stART12, die Crowdfunding-Kampagne. Alles weitere dann in Kürze hier auf diesem Blog.

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stART12 navigare!

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4 Kommentare zu “stART12 navigare!”

  1. [...] aus diesem Grund soll auch die stART12 mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne finanziert werden. 30.000 Euro haben wir uns als Ziel [...]

  2. [...] Um dann zum bereits vierten Mal “in See stechen” zu können, bedarf es einiger Vorbereitungen. Die Finanzierung der Konferenz soll in diesem Jahr möglichst frühzeitig sichergestellt werden. Deshalb ließ sich das Team der stART-Conference  für dieses Jahr wieder etwas Neues einfallen: man wird die Konferenz mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne planen. 30.000 Euro müssten zusammenkommen, damit die stART12 stattfinden kann. Die Idee ist den Ticketverkauf in die Crowdfunding-Kampagne zu integrieren, d.h. jede/r kann die Konferenz unterstützen, in dem er oder sie ein Ticket kauft. Aber es wird noch weitere Möglichkeiten der Unterstützung geben, auch für die, die nicht in Duisburg dabei sein wollen oder können. Mit der Kampagne will das Organisationsteam aber auch testen, ob solche Summen für ein solches Projekt überhaupt realistisch sind. Für den Stromberg-Film ist innerhalb einer Woche die unwahrscheinliche Summe von 1 Million Euro zusammen gekommen. Was schafft eine Konferenz wie die stART12? Weitere Informationen über den Verlauf des Projekts finden sich im Blog. [...]

  3. [...] – bitte realistisch bleiben! Bereits im Juli wird dieses Jahr die startconference stattfinden, Motto: „navigare!“ Während andernorts von „Social Müdia“ die Rede ist, wird [...]

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