stARTconference

Was ist eigentlich ein stARTcamp?

von am 11. Juni 2013


stARTcamp München 2013„; By Harald Link (CC BY-NC 2.0)

Zugegeben, mit der stARTconference und den stARTcamps haben wir eine Marke geschaffen, die sich nicht selbst erklärt. stART, das kann alles sein und wenn man sich ein wenig in den Suchmaschinen umsieht, merkt man schnell, dass fast alle Branchen durchstarten, losstarten oder einfach nur starten. :-) Gut, wir stARTen, aber diese Feinheit übersieht man schnell. Und am Ende weiß man ja immer noch nicht, worum es eigentlich geht.

In unserer Vereinssatzung steht folgender Satz:

„Zweck des Vereins ist die Förderung kultureller Zwecke, insbesondere die Förderung der Nutzung von partizipativen Medien (Web 2.0) im Rahmen der künstlerischen Arbeit, der Öffentlichkeitsarbeit, des Wissensmanagement und der Administration im Kunst- und Kulturbereich.“

Kurz gesagt geht es um die Frage, auf welche Weise sich all die Social Media-Tools für den Kunst- und Kulturbereich nutzen lassen. Das heißt: Ob stARTconference oder stARTcamp, es dreht sich immer alles um das Thema Social Media im Kunst- und Kulturbereich. Bei den bisherigen drei Konferenzen war das recht einfach. Wir haben uns einen Themenschwerpunkt überlegt, ein Programm zusammengestellt und wem das zugesagt hat, der hat sich ein Ticket gekauft und ist nach Duisburg gekommen.

Bei den stARTcamps ist das ähnlich. Es geht um Social Media im Kunst- und Kulturbereich. Aber dann ist schon Schluss mit den Gemeinsamkeiten. Während eine Konferenz sich durch ein fix vorgegebenes Programm auszeichnet, fehlt dem stARTcamp genau dieses. Wie bei einem Barcamp legen die TeilnehmerInnen zu Beginn die einzelnen Programmpunkte fest. Alle haben dabei die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen, ob sie nun einfach bei verschiedenen Sessions dabei sind, selbst einen Vortrag halten oder vielleicht eine Session vorschlagen, um eine Frage beantwortet zu bekommen. Hier wird das klassische Konferenzprinzip auf den Kopf gestellt. Statt den ZuhörerInnen Wissen weiterzugeben, stehe ich vorne und profitiere vom Wissen derer, die an der Session teilnehmen. Ich kann mich an eine Session beim ersten stARTcamp in Essen erinnern, in der es um die Frage ging, wie ich meinen Chef von Social Media überzeugen kann. Das Ergebnis war eine – nicht vollständige – Liste von Vorbehalten und den entsprechenden Antwortmöglichkeiten darauf.

Der (inhaltliche) Austausch steht also viel mehr im Vordergrund als bei der klassischen Konferenz. Hemmungen muss niemand haben, ganz im Gegenteil, die ExpertInnen, die solche Camps besuchen, sind gerne bereit ihr Wissen zu teilen und Fragen zu beantworten. Da sie außerdem so wie alle anderen behandelt werden, d.h. alle kommen für ihre eigenen Kosten auf, niemand wird eingeladen und erhält ein Honorar, sind die Tickets für die stARTcamps sehr billig und kosten pro Tag 25 bis 30 Euro. Wer die Ticketpreise der großen Social Media-Konferenzen kennt, weiß, wie groß die Differenz ist.

In den nächsten Monaten werden drei stARTcamps stattfinden, am 20./21. Juni in Oberhausen, am 23. August in Wien und am 13. September in Köln. An wen richten sich diese Veranstaltungen und welchen Nutzen haben Sie, wenn Sie dort hingehen?

Ganz allgemein richten sie sich an diejenigen, die sich im Bereich von Kunst und Kultur mit dem Thema Social Media beschäftigen oder das in naher oder ferner Zukunft vorhaben. Konkret sprechen wir an:

  • MitarbeiterInnen von Kulturbetrieben
  • Führungskräfte von Kulturbetrieben
  • KünstlerInnen
  • Social Media-BeraterInnen & Agenturen
  • KulturpolitikerInnen
  • StudentInnen

Und was haben Sie davon, wenn Sie so ein stARTcamp besuchen? Frank Hamm hat vor kurzem in einem Blogpost eine Menge Gründe gefunden, warum Barcamps für Unternehmen und ihre MitarbeiterInnen einen hohen Nutzen haben. Sie können sich dort fortbilden, in neue Themen einarbeiten, Networking betreiben und einfach Spaß haben. Gut gefallen mir aber auch die anderen Punkte, die Hamm anführt. Wer bei einer solchen Veranstaltung sein Know-how einbringt, erhöht seine eigene Reputation und/oder die seines Arbeitgebers. Unter Umständen finden Kultureinrichtungen hier ihre neue Social Media-ManagerIn oder umgekehrt, die ExpertIn erhält wegen des guten Vortrags ein Jobangebot. Natürlich können Kulturbetriebe sich auch aktiv an den stARTcamps beteiligen, so wie das die Kunsthalle Wien macht und ihre Räumlichkeiten im Museumsquartier zur Verfügung stellt.

Woher wissen Sie nun aber, worum es konkret bei einem stARTcamp geht? Meist finden Sie diese Infos auf den diversen Blogs (z.B. hier), auf Facebook oder auch auf Xing (z.B. in unserer stARTconference-Gruppe). Oder die stARTcamps haben eigene Blogs, wie die Camps in Oberhausen oder Köln. Dort weist ein Blogbeitrag darauf hin, dass sich der erste Tag in Oberhausen ganz speziell an NeueinsteigerInnen richtet. Und es gibt im Vorfeld auch die Möglichkeit, eigene Sessionvorschläge zu machen, meist wird dazu ein Google-Dokument erstellt, in das alle ihre Vorschläge eintragen können. Auf diese Weise sehen Sie dann auch, mit welchen Themen Sie rechnen können. Wie so etwas aussieht, sehen Sie am Beispiel des stARTcamp in Oberhausen.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, möchte ich noch einen Punkt erwähnen: Auf einem stARTcamp müssen sich alle vorstellen. Alle, nicht nur die, die was vortragen. Nein, alle. Es ist aber nicht schwer und tut auch nicht weh, weil dieses Vorstellen ganz einfach ist. Gefragt sind der Name, Arbeitgeber (wenn Sie wollen) und drei Schlagworte, mit denen Sie sich im Kontext des stARTcamps beschreiben, also z.B. die Themen, die Sie interessieren. Sie müssen keinen Roman erzählen, sondern nennen einfach die drei Hashtags, fertig.

Wie kommen Sie zu einem der stARTcamps? Die Tickets werden meist über Amiando verkauft, Kultureinrichtungen, die schon vorab eine Rechnung brauchen und nicht einfach ihr Kreditkarte zücken können, wenden sich einfach an die jeweiligen VeranstalterInnen und schon ist das Problem gelöst. Falls Sie noch Fragen haben, nutzen Sie bitte den Kommentarbereich oder einen der vielen anderen Social Media-Kanäle. Ich freue mich, wenn wir uns auf einem der nächsten stARTcamps sehen, die erste Gelegenheit bietet sich schon nächste Woche beim stARTcamp RuhrYork.

13 Kommentare

  1. […] Vom 21. bis 22. Juni findet in Oberhausen ein weiteres stARTcamp statt. Diese ungewöhnliche Form einer Tagung “Kultur und Kreativität im Social Web”, in die sich jeder Teilnehmer – ob Einsteiger oder fortgeschrittener Web-Nutzer – auch persönlich einbringen kann und soll, unterscheidet sich aber von Tagungen, die man vielleicht schon einmal besucht hat: “Mitmachen ist König!” Um die Besonderheiten eines stARTcamps darzustellen, hat Christian Henner-Fehr (Kulturmanager, Wien) einen Beitrag geschrieben: Was ist eigentlich ein stARTcamp? […]

  2. […] Kunst und Kultur. Weitere Gründe, an einem stARTcamp teilzunehmen, habe ich in dem Beitrag “Was ist eigentlich ein stARTcamp?” beschrieben. Dort ist auch ausführlich erklärt, was das eigentlich ist und worin es sich […]

  3. […] wenige. Wer jetzt immer noch nicht weiß, was ein Bar- bzw. ein stARTcamp ist, erhält vielleicht durch dieses Blogpost Klarheit. Warum sollte jemand dorthin gehen? Erstens bekommt man bei “klassischen […]

  4. […] bin dankbar für diesen Kommentar beziehungsweise diese Frage, denn das heißt, ich habe nicht ausreichend erklärt, wie ein stARTcamp funktioniert und worin der Nutzen besteht. Ich kann nicht erwarten, dass jemand […]

  5. […] dem Konzept “Camp” in diesem Kontext nicht wirklich vertraut ist, kann sich hier die Vorabinfo der Veranstalter durchlesen. Im Grunde geht es bei dieser – auch Un-Konferenz genannten […]

  6. […] ist ein stARTcamp?
 stARTcamps sind an die Idee von Barcamps angelehnt. Zwar geben wir dem stARTcamp “Ruhr York” eine inhaltliche Richtung, aber jede und jeder ist […]

  7. […] ist ein stARTcamp?
 stARTcamps sind an die Idee von Barcamps angelehnt. Zwar gibt das Team dem stARTcamp “Ruhr York” eine inhaltliche Richtung, aber jede und jeder […]

  8. […] Zielgruppen eines stARTcamps sind laut einem Beitrag von Christian Henner-Fehr folgende: […]

  9. […] alle können etwas vortragen, diskutieren oder auch einfach eine Frage stellen (mehr dazu: “Was ist eigentlich ein stARTcamp?“). Der Erfolg des stARTcamps hängt also von den TeilnehmerInnen ab. Wenn sich alle aktiv […]

  10. […] denn natürlich setzen wir auch dieses Jahr wieder auf das Barcamp-Prinzip (siehe dazu: “Was ist eigentlich ein stARTcamp?“), das heißt, es sind die TeilnehmerInnen, die in der Eröffnungssession das Programm […]

  11. […] möchte, dem sei der Artikel von  Chris­t­ian Henner-Fehr emp­fohlen, der im Artikel “Was ist eigentlich ein stART camp ?” näher auf dieses Art der “Kon­ferenz” […]

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