stARTconference

stARTcamp Wien und das Social Web: Wohin geht die Reise?

von am 3. Dezember 2015

stARTcamp Wien

Es ist etwas mehr als fünf Jahre her, als sich viele Kulturbetriebe in einer Art Goldgräberstimmung befanden. Das Thema Social Media war gerade aufgekommen und nun überlegten sich alle, wie sie diese neue Form der Kommunikation für sich nutzen konnten. Auf der stARTconference wurde über die verschiedenen Ansätze diskutiert, Shelley Bernstein vom Brooklyn Museum zum Beispiel erklärte anschaulich, was in Amerika schon alles möglich war.

Der Enthusiasmus ist verschwunden, eine eigentlich logische Entwicklung hat eingesetzt. Im Social Web profitierten anfangs die, die sich zuerst trauten und die verschiedenen sozialen Netzwerke ausprobierten. Jeder Neuankömmling wurde beinahe euphorisch begrüsst. Aber irgendwann war es normal, im Social Web aktiv zu sein, das Alleinstellungsmerkmal war keines mehr. Heute sind wir alle dort und bemühen uns darum, die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken.

Die einen setzen dabei auf bezahlte Postings, die anderen bemühen die Suchmaschine, lassen Apps entwickeln oder versuchen sich am Thema Content Strategy. Um ehrlich zu sein, eigentlich sollte man auf keinen dieser Ansätze verzichten, die Frage ist nur, wie das eine Kultureinrichtung alles auf die Reihe bekommen soll? Aus meiner Sicht müssen Kultureinrichtungen einen digitalen Transformationsprozess starten, wie ihn zum Beispiel das Städel Museum schon begonnen hat. Im letzten Treffpunkt Kulturmanagement hat Axel Braun, der dort den Bereich PR und Onlinekommunikation leitet, die vielen Aktivitäten des Museums vorgestellt (hier geht es zur Aufzeichnung) und gezeigt, dass sich hinter all diesen Aktivitäten ein Prozess verbirgt, der viele Änderungen mit sich bringt. Arbeitsprozesse müssen neu abgestimmt, neue Produkte, wie zum Beispiel eine App für Kinder, neu entwickelt werden.

Wie aber sieht digitale Transformation in Kulturbetrieben aus, wie kann so ein Prozess gestartet werden (siehe dazu meine Folien „Digitale Transformation und Leadership„)? Für mich sind die stARTcamps der richtige Ort, wo solche Frage gestellt und erörtert werden solltenmüssen. Die nächste Gelegenheit bietet sich in Wien, wo am 10.12., also genau in einer Woche im MAK zum dritten Mal ein stARTcamp stattfinden wird (alle Infos dazu gibt es hier). Es gibt schon einige interessante Sessionvorschläge, aber endgültig festgelegt werden die Themen erst in der Eingangssession nächsten Donnerstag.

Vielleicht können wir dort eine Art Roadmap für einen solchen Transformationsprozess entwickeln beziehungsweise die wichtigsten Schritte skizzieren. Sie sind alle herzlich eingeladen, noch gibt es etwas mehr als  20 Tickets.

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5 Kommentare

  1. Barbara Royc sagt:

    Freut mich, was du so als Leitmotiv für das heurige stARTcamp siehst, weil das genau das Thema sein wird, dass auch mich sehr beschäftigt und mit dem Daniela Unterholzner und ich uns in einer Session auseinandersetzen möchten. Als Beispiel würde ich auch gerne Städel und Tate anführen… Ich bin genau deiner Meinung und ich sehe mit Erschrecken, dass auch Projekte, die neu geplant werden (und derer gibt es in den nächsten Jahren in Österreich einige) dieses Thema bis dato nicht in ihre Planung integriert haben.

    Bin schon sehr gespannt, worüber wir alles sprechen werden und freue mich auf das stARTcamp!

  2. Christian Henner-Fehr sagt:

    ich habe mich auch sehr über Euren Sessionvorschlag gefreut. In diese Richtung wird noch viel zu wenig gedacht, stattdessen geht es meist um die Frage, was eine App kostet. Mir ist schon klar, dass so ein Transformationsprozess nach außen hin nicht besonders attraktiv erscheint. Aber am Ende ist er, denke ich, notwendig, um als Kulturbetrieb nicht nur überleben zu können, sondern auch zukünftig eine Rolle zu spielen.

  3. Barbara Royc sagt:

    Absolut! Aber in den Kulturbetrieben ist es oft so wie mit den Leuten, die am Analogfernsehen festhalten und sich nicht um digitale Receiver kümmern wollen, obwohl das jetzt abgedreht wird. Das Problem ist, dass die Strukturen innerhalb der Organisationen verändert gehören, und das machen viele Geschäftsführer einfach nicht mit. Mehr Transparenz, mehr Mitbestimmung und schlussendlich aber auch mehr Selbstverantwortung für die Mitarbeiter, das ist glaube ich für viele undenkbar, sowohl ganz oben in der Hierarchie, als auch weiter unten.

  4. Christian Henner-Fehr sagt:

    Genau so ist es… leider…

  5. […] für nächste Woche einen Termin freihalten, denn am Donnerstag den 10.Dezember 2015 findet das stARTcamp Wien statt! Bereits zum dritten Mal  gastiert die Veranstaltung, die ihren Ursprung in Deutschland hat […]

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